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Thermografie verstehen (Infrarotanalyse)

Schwingungssensor

Optischer Sensor (Laser-Tachometer)

Balanset-4

Magnetischer Ständer Insize-60-kgf

Reflektierendes Band

Dynamische Auswuchtmaschine "Balanset-1A" OEM

Thermografie, oder Infrarot-(IR-)Analyse, ist eine berührungslose, zerstörungsfreie Technologie, die die von einem Objekt abgestrahlte Wärmeenergie (Wärme) erkennt und sichtbar macht. Eine spezielle Infrarotkamera erfasst diese Energie und wandelt sie in ein visuelles Bild um — ein Thermogramm —, in dem unterschiedliche Farben unterschiedliche Temperaturen darstellen, sodass ein erfahrener Thermograf Wärme- und Kältestellen, die für das bloße Auge unsichtbar sind, sofort erkennen kann. In der Instandhaltung und Zuverlässigkeitstechnik wird sie eingesetzt, um Temperaturanomalien zu erkennen, die häufig das allererste Anzeichen eines sich entwickelnden Fehlers sind — was sie zu einem Eckpfeiler jedes zustandsorientierte Instandhaltung (CBM) Programms und einem natürlichen Partner für Schwingungsanalyse und Ölanalyse.

1. Definition: Was ist Thermografie?

Jedes Objekt oberhalb des absoluten Nullpunkts strahlt Energie im Infrarotbereich aus, und je wärmer es ist, desto mehr strahlt es ab. Die Thermografie nutzt diese physikalische Tatsache, um Temperatur sichtbar zu machen. Da die Kamera die Anlage nie berührt, können Begehungen an laufenden, unter Spannung stehenden Anlagen aus sicherer Entfernung durchgeführt werden — ein entscheidender Vorteil, wenn die Alternative darin besteht, eine Maschine abzuschalten oder einen Schaltschrank zu öffnen. Im Rahmen einer umfassenderen Zustandsüberwachung Strategie ist die Thermografie eine der schnellsten Methoden, um in einem einzigen Rundgang eine große Anzahl von Anlagen auf Störungen zu überprüfen.

2. Wie funktioniert es?

Eine Infrarotkamera enthält einen Detektor, der empfindlich auf Infrarotstrahlung reagiert. Sie bündelt die eintreffende Infrarotenergie auf diesen Detektor, der ein detailliertes Temperaturmuster aufbaut — das Thermogramm. Die entscheidende Feinheit besteht darin, dass ein Thermogramm abgestrahlte Wärmeenergie, nicht die Temperatur direkt abbildet. Um diese Energiekarte in genaue Temperaturen umzurechnen, muss der Thermograf zwei Eigenschaften der betrachteten Oberfläche berücksichtigen:

  • Emissionsgrad: ein Maß dafür, wie effektiv eine Oberfläche Wärmeenergie abstrahlt. Eine matte, schwarze Oberfläche hat einen hohen Emissionsgrad (nahe 1,0); eine glänzende, reflektierende Metalloberfläche hat einen niedrigen Emissionsgrad (nahe 0,0) und gibt ihre wahre Temperatur zu niedrig an, wenn die Kamera nicht korrigiert wird.
  • Reflexionsvermögen: Eine glänzende Oberfläche gibt nicht nur ihre eigene Wärme ab, sondern reflektiert auch Wärme von umgebenden Objekten — einschließlich des Körpers des Thermografen selbst —, was auf dem Zielobjekt als Wärmestelle erscheinen kann.

Ein erfahrener Thermograf weiß, wie er den Emissionsgrad der Kamera einstellt und wie er sich positioniert, um Fremdreflexionen zu vermeiden, sodass die Daten sowohl präzise als auch aussagekräftig sind. Die Einordnung der Messwerte anhand anerkannter Abnahmekriterien wird mit einer Referenz wie unserem Thermografie-Temperaturgrenzwerte-Rechner (ISO 18434), das einen gemessenen Temperaturanstieg den entsprechenden Schwerekategorien zuordnet.

3. Anwendungen in elektrischen Anlagen

Dies ist eine der häufigsten und wertvollsten Anwendungen der Thermografie, da Überhitzung fast immer das erste Anzeichen eines elektrischen Problems ist.

  • Lockere Verbindungen erkennen: Eine lockere oder korrodierte Verbindung in einem Motorsteuerungszentrum (MCC), einem Schalterpanel oder einer Schaltanlage weist einen höheren Widerstand auf und erwärmt sich unter Last – im Thermogramm erscheint dies als deutlicher Hotspot.
  • Erkennen überlasteter Stromkreise: Ein überlasteter Schutzschalter oder ein überlastetes Kabel ist wärmer als seine korrekt belasteten Nachbarn, wodurch der Vergleich selbst zur Diagnose wird.
  • Erkennen von Schieflastverteilung: In einem Dreiphasensystem weist ein deutlicher Temperaturunterschied zwischen den Phasen auf eine Lastunwucht hin – das thermische Gegenstück zu der elektrische Störungen die die Schwingungsanalyse an Motoren erkennt.

4. Anwendungen in mechanischen Systemen

Bei rotierenden und angetriebenen Maschinen ist eine anomale Erwärmung ein zuverlässiger Indikator für Reibung, Verschleiß oder Schmierprobleme:

  • Lager: ein überhitztes Lager signalisiert unzureichende oder übermäßige Schmierung oder fortgeschrittene Verschleiß. Die Thermografie bestätigt häufig einen vermuteten Lagerschaden zunächst durch die Schwingungsanalyse erkannt und steht in direktem Zusammenhang mit Lagerschmierung Zustand.
  • Kupplungen: A falsch ausgerichtet Eine Kupplung erzeugt durch Reibung und zyklische Beanspruchung erhebliche Wärme; eine heiße Kupplung ist daher ein deutlicher Hinweis auf einen Ausrichtungsfehler.
  • Getriebe und Pumpen: Anomale Temperaturen weisen auf falsche Ölstände, innere Reibung oder Strömungsblockierungen hin.
  • Riemen und Riemenscheiben: Ein falsch ausgerichteter Riemen oder ein Riemen mit falscher Spannung lässt die Riemenscheibe heiß laufen und ergänzt so die Diagnose von Riementriebdefekte.

5. Weitere Anwendungen

Die Thermografie reicht weit über rotierende Maschinen hinaus und ermöglicht anlagenweite Energie- und Zustandsüberwachungen:

  • Dampfsysteme: Erkennung defekter Dampffallenventile, die durchblasen und Energie verschwenden.
  • Feuerfestauskleidung und Isolierung: Auffinden von Bereichen, in denen die Feuerfestauskleidung von Öfen oder die Rohrleitungsisolierung beschädigt ist, erkennbar als heißer Fleck auf der Außenfläche.
  • Tankstande: Der Flüssigkeitsstand in einem großen Tank lässt sich häufig anhand des Temperaturunterschieds zwischen der Flüssigkeit und dem darüber liegenden Dampfraum “ablesen”.

6. Thermografie im Rahmen eines Mehrverfahren-Programms

Thermografie entfaltet ihre volle Wirkung als eine Schicht innerhalb einer umfassenderen vorausschauende Wartung Strategie und nicht als eigenständiges Werkzeug. Als Form der zerstörungsfreie Prüfung, beantwortet sie die Frage “wird irgendwo Wärme erzeugt?“, gibt jedoch selten allein Aufschluss über die eigentliche mechanische Ursache. Genau hier ergänzt sie sich so gut mit der Schwingungsanalyse. Ein anschauliches Beispiel ist Unwucht: Eine thermografische Messung kann ein heißes Lager aufdecken, jedoch nicht feststellen, ob die Wärme durch einen Schmierfehler oder durch eine übermäßige dynamische Belastung infolge eines unwuchtigen Rotors entsteht. Um beides zu trennen, muss die Schwingung direkt gemessen werden – und liegt die Ursache in einer Unwucht, kann ein tragbarer Zweikanal-Schwingungsanalysator wie der Balanset-1A dies durch Messung der 1×-Komponente bestätigen Amplitude und Phase und sie anschließend durch Feldauswuchten des Rotors in seinen eigenen Lagern beheben und dabei die dynamische Belastung beseitigen, die das Lager zuvor überhitzt hat. So eingesetzt – Infrarot zur Erkennung des Symptoms, Schwingungsanalyse zur Lokalisierung und Behebung der Ursache – wird die Thermografie zu einer schnellen, sicheren und hocheffektiven ersten Verteidigungslinie für die Anlagenzuverlässigkeit.


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Kategorien: AnalyseGlossar

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