Was ist Rotorauswuchtung?

Schnelle Antwort

Auswuchten von Rotoren Das Verfahren zur Verbesserung der Massenverteilung eines rotierenden Körpers, sodass sein Massenschwerpunkt mit der geometrischen Rotationsachse übereinstimmt, minimiert die Zentrifugalkräfte und reduziert somit die Vibrationen., Lager Belastungen, Geräusche und Energieverbrauch werden berücksichtigt. Die Korrektur erfolgt durch Hinzufügen oder Entfernen von Gewichten an bestimmten Stellen und Winkeln, gesteuert durch Schwingungsmessungen und Phasenanalyse. Das Akzeptanzkriterium ist definiert durch ISO 1940-1 (ISO 21940-11) G-Noten. Die beiden Typen sind statisch (eindimensional) für scheibenförmige Rotoren und dynamisch (zwei-Ebenen) für längliche Rotoren.

Unwucht Unwucht ist die häufigste Ursache für Vibrationen in rotierenden Maschinen. Bei unvollkommener Massenverteilung – bedingt durch Fertigungstoleranzen, Materialinhomogenitäten, Korrosion, Ablagerungen oder Beschädigungen – entstehen Zentrifugalkräfte, die quadratisch mit der Drehzahl zunehmen. Eine geringe Unwucht bei niedriger Drehzahl kann bei hoher Drehzahl zerstörerische Folgen haben.

Durch Auswuchten wird dieses Problem gelöst, indem die Schwingungsantwort iterativ gemessen und die Massenverteilung so lange angepasst wird, bis ein Restwert erreicht ist. Unwucht liegt innerhalb der Toleranz. Es handelt sich sowohl um einen Fertigungsprozess (an Auswuchtmaschinen in der Werkstatt) als auch um einen Wartungsprozess (Auswuchten vor Ort an installierten Anlagen).

Die Einflusskoeffizientenmethode

Moderne Auswuchtmaschinen – sowohl auf speziellen Auswuchtmaschinen als auch im Feld – nutzen die Einflusskoeffizientenmethode (Versuchsgewicht). Das physikalische Prinzip: Wenn wir wissen, wie eine bekannte Masse an einer bekannten Position die Schwingung verändert, können wir die Masse und Position berechnen, die erforderlich sind, um die ursprüngliche Unwucht aufzuheben.

Einflusskoeffizient
α = (VProzess − Vanfänglich) / T
α = Einflusskoeffizient (Schwingung pro Unwuchteinheit) | V = Schwingungsvektor (Amplitude∠Phase) | T = Testgewichtsvektor (Masse∠Winkel)
Korrekturberechnung
C = −Vanfänglich / α
C = Korrekturgewichtsvektor (Masse∠Winkel) – das Gewicht, das eine Schwingung erzeugt, die gleich groß und entgegengesetzt zu V ist.anfänglich

Bei der Zwei-Ebenen-Auswuchtung wird das System zu einer 2×2-Matrix (vier Einflusskoeffizienten, die die Wechselwirkungen zwischen den Ebenen berücksichtigen), das Prinzip bleibt jedoch identisch. Balanset-1A Das löst sich von selbst – der Bediener startet einfach die Maschine und befestigt Probegewichte.

Auswahl des Testgewichts

Das Testgewicht sollte eine spürbare Änderung der Vibration (idealerweise 10–30% des Ausgangsniveaus) bewirken, ohne gefährliche Belastungen zu erzeugen. Ein nützlicher erster Schätzwert:

Probegewichtsschätzung
mProzess ≈ (10 × M) / (R × (n/1000)²)
m in Gramm | M = Rotormasse (kg) | R = Testradius (mm) | n = Drehzahl – Faustregel für ca. 10% bei Unwucht G 6.3

Wann ausbalancieren – Vibrationssignatur

Woher wissen Sie, dass die Vibration durch Unwucht und nicht durch … verursacht wird? Fehlausrichtung, Lockerheit oder Lagerdefekte?

Unwucht-Vibrationssignatur

Frequenz: Dominanter Peak bei genau 1× U/min (Laufgeschwindigkeit) im FFT Spektrum.

Richtung: Vorwiegend radial (horizontal und vertikal). Die axiale Komponente ist gering.

Phase: Stabiler, wiederholbarer Phasenwinkel bei 1×. Die Phase driftet nicht mit der Zeit.

Geschwindigkeitsabhängigkeit: Die Amplitude nimmt mit dem Quadrat der Geschwindigkeit zu (proportional zu ω²).

Gegensatz dazu: Fehlausrichtung Fehlausrichtungen führen zu signifikanten 2×- und/oder axialen 1×-Komponenten. Lagerfehler verursachen nicht-synchrone Frequenzen.

Vor dem Auswuchten sollte die Diagnose immer überprüft werden. Balanset-1A Der Spektrumanalysator (F1-Modus) zeigt das vollständige FFT Spektrum, das die Bestätigung ermöglicht, dass 1× dominiert, bevor mit dem Ausgleich fortgefahren wird.

Korrekturmethoden

Masse hinzufügen

  • Aufsteckgewichte: Federklemmengewichte aus Zink oder Stahl. Häufig verwendet für Ventilatoren und Räder. Schnell, nicht dauerhaft.
  • Anschraubgewichte: Präzisionsgewichte, die mit Schrauben in Gewindebohrungen oder T-Nuten befestigt werden. Standard für große Rotoren und Turbinen.
  • Anschweißgewichte: Stahlplatten oder -stangen werden am Rotor punktgeschweißt. Dauerhaft. Üblich für schwere Industrieventilatoren und Brecherrotoren.
  • Epoxidharz/Kitt: Zweikomponentenklebstoff mit Metallfüllstoff. Gut geeignet für unebene Oberflächen. Nur für mittlere Temperaturen geeignet.
  • Stellschrauben: Wird in radiale Bohrungen eingeschraubt. Üblich bei Kupplungsnaben und Spindeln. Einstellbar.

Massenentfernung

  • Bohren: Material an der schwersten Stelle entfernen. Präzise Kontrolle der abgetragenen Masse (Masse = Dichte × Volumen). Unumkehrbar.
  • Fräsen/Schleifen: Material von der Felge oder Lauffläche entfernen. Häufig bei Turbinenrädern und Bremsscheiben.

Gewichtsaufteilung

Wenn der exakt berechnete Winkel zwischen zugänglichen Positionen liegt (z. B. zwischen Bolzenlöchern an einer Kupplung), wird die Korrektur mittels Vektorzerlegung auf die beiden benachbarten Positionen aufgeteilt. Balanset-1A Beinhaltet einen automatischen Gewichtsaufteilungsrechner.

Feldausgleich (in situ)

Feldauswuchtung bedeutet Auswuchten eines Rotors ohne es aus der Maschine zu entfernen. Dadurch entfallen Demontage-bedingte Ausfallzeiten und die tatsächlichen Betriebsbedingungen (Ausrichtung, Lagervorspannung, Fundamenteffekte) werden berücksichtigt, die durch Auswuchten in der Werkstatt nicht nachgebildet werden können.

Balanset-1A Feldauswuchtset

Die Balanset-1A ist ein komplettes, tragbares Feldauswuchtsystem: 2-Kanal-Schwingungsanalysator, Laser-Drehzahlmesser, eingebaut ISO 1940 Toleranzrechner, Ein- (F2) und Zwei-Ebenen-Auswuchtmodus (F3), automatische Gewichtsverteilung und Erstellung eines formalen Auswuchtberichts (F6). Messgenauigkeit: ±51 TP3T Geschwindigkeit, ±1° Phase. Geeignet für G 16 bis G 2,5.

Die Balanset-4 Erweiterbar auf 4 Kanäle für komplexe Mehrlagerrotoren oder die gleichzeitige Überwachung mehrerer Maschinen.

Vorteile des Feldausgleichs

  • Keine Demontage: Spart stunden- oder tagelange Ausfallzeiten bei großen Maschinen.
  • Reale Betriebsbedingungen: Beinhaltet Ausrichtung, Lagervorspannung, thermischen Zustand und Fundamenteinflüsse.
  • Trimmausgleich: Korrigiert Unwuchten, die durch Montageprozesse entstanden sind und durch eine manuelle Auswuchtung in der Werkstatt nicht behoben werden können.
  • Überprüfung nach der Wartung: Schnelle Überprüfung nach dem Austausch des Laufrads, dem Wechsel der Kupplung oder der Lagerüberholung.

Normen und Toleranzen

Auswuchten bedeutet nicht "so gut wie möglich", sondern "innerhalb der Toleranz". Die Toleranz wird durch internationale Normen definiert:

📏 Wichtige Bilanzierungsstandards
StandardThemaWichtigste Inhalte
ISO 1940-1 / ISO 21940-11Balance-Qualitätsklassen (G-Klassen)Skala G 0,4–G 4000. Formel: Upro = (9 549×G×M)/n. G 6.3 = Standard für Ventilatoren, Pumpen, Motoren.
ISO 1940-2 / ISO 21940-2VokabularDefinitionen: Unwuchtarten, Rotorklassifizierungen, Maschinentypen, Qualitätsbegriffe.
ISO 14694Industrielle VentilatorenBV-Kategorien (Auswuchtung) und FV-Kategorien (Vibrationen) speziell für Lüfterlaufräder.
ISO 10816 / ISO 20816Bewertung der MaschinenschwingungenMaßnahmen zur operativen Ergebnis von ausgewogener Qualität. Klassifizierung in die Zonen A/B/C/D.
ISO 21940-12Flexible RotorenMehrgeschwindigkeits- und Mehrebenenverfahren für Rotoren oberhalb der ersten kritischen Biegedrehzahl.
ISO 21940-14AusgleichsverfahrenAllgemeine Verfahren zum Ausbalancieren in mehreren Ebenen.
API 610 / API 617Erdölpumpen / KompressorenBeachten Sie die Anforderungen an die Rotorwuchtung gemäß ISO 1940 G-Klasse.
ISO 1940-1 Toleranzformel
Upro = (9 549 × G × M) / n
Upro = zulässige Restunwucht (g·mm) | G = Steigung (mm/s) | M = Masse (kg) | n = max. Drehzahl

Praktische Beispiele

Fall 1: Radialventilator – Feldauswuchtung in einer Ebene

Maschine: 22-kW-Radialventilator, 1460 U/min, Laufradmasse 38 kg. Starke Vibration: 8,2 mm/s RMS am antriebsseitigen Lager. Die FFT bestätigt einen dominanten 1×-Peak mit stabiler Phase.

Einrichten: Balanset-1A Sensor am DE-Lager, Laser-Drehzahlmesser an der Welle. Modus F2 (eindimensional — L/D < 0,4).

Schritt 1: Erster Lauf: 8,2 mm/s bei 47°.

Schritt 2: Probegewicht: 15 g bei 0° auf der Lüfternabe, R = 200 mm.

Schritt 3: Probelauf: 5,9 mm/s bei 112°.

Schritt 4: Die Software berechnet: Korrektur = 22 g bei 198°, R = 200 mm.

Schritt 5: Ein 22 g schweres Anschweißgewicht im Winkel von 198° anbringen. Das Probegewicht entfernen.

Schritt 6: Verifizierung: 0,9 mm/s. ISO-Toleranz G 6.3 → Upro = 1 570 g·mm. Erreicht: ~180 g·mm. ✅ Bestanden.

Fall 2: Motor-Pumpen-Baugruppe — Zwei-Ebenen

Maschine: 45-kW-Motor + Kreiselpumpe, 2950 U/min, Rotormasse 55 kg. Vibration: DE-Lager 6,1 mm/s, NDE-Lager 4,8 mm/s. Phasenverschiebung ~140° → dynamische Unwucht.

Einrichten: Balanset-1A zwei Sensoren (DE + NDE), Modus F3. Korrekturebenen: Kupplungsnabe (Ebene 1) und Motorlüfterende (Ebene 2).

Läufe: Ausgangslage → Versuchsebene 1 (10 g bei 0°) → Versuchsebene 2 (8 g bei 0°).

Ergebnis: Die Software löst eine 2×2-Matrix. Korrektur: Ebene 1 = 18 g bei 245°, Ebene 2 = 12 g bei 68°.

Verifizierung: DE: 0,7 mm/s, NDE: 0,5 mm/s. G 6.3 Grenzwert: 1 122 g·mm. ✅ Beide Ebenen liegen deutlich innerhalb der Toleranz.

Fall 3: Brecherrotor – Grobkorn G 16

Maschine: Hammermühlenbrecher, 980 U/min, Rotormasse 420 kg. Nach dem Austausch der Hämmer erhöhte sich die Vibration auf 14,5 mm/s.

Spezifikation: G 16 (hohe Beanspruchung, extreme Bedingungen). Upro = 9 549 × 16 × 420 / 980 = 65 500 g·mm.

Verfahren: Einflächiger Rotor (scheibenförmig). Versuch mit 150 g bei 0° auf dem Rand. Korrektur: 280 g bei 315°. Aufgeschweißte Stahlplatte.

Ergebnis: 2,8 mm/s. Restgewicht ~5 600 g·mm. ✅ Weit innerhalb der G 16-Grenze.

  • ISO 1940-1: G-Toleranzsystem – das Akzeptanzkriterium für Auswuchtergebnisse.
  • ISO 1940-2: Vokabular – Definitionen aller Begriffe aus dem Bereich Bilanzierung.
  • Balance-Qualitätsgrad: Interaktiver G-Notenrechner.
  • Unwucht: Der körperliche Zustand, der durch das Ausbalancieren korrigiert wird.
  • ISO 14694: Fanspezifische BV/FV-Kategorien.
  • Obertöne: Unterscheidung von 1× (Ungleichgewicht) von 2× (Fehlausrichtung) und anderen Ordnungen.
  • Eigenfrequenz: Grenze zwischen starrem und flexiblem Rotor – entscheidend für den Auswuchtansatz.

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