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Brecherrotor-Auswuchtrechner

Berechnen Sie die zulässige Unwucht für Brecherrotoren (Prall-, Backen- und Hammerbrecher) gemäß ISO 21940. Beinhaltet Toleranzen pro Element, Abschätzungen der Zentrifugalkraft und der Lagerlebensdauer.

ISO 21940G16 – G40Lagerlebensdauer

Ergebnisse

Zulässiges Ungleichgewicht (gesamt)
Toleranz pro Element
Spezifische Unausgewogenheit (Exzentrizität)
Zentrifugalkraft bei Toleranz
Korrekturmasse bei gegebenem Radius
Auswirkungen auf die Lagerlebensdauer

Schlüsselformeln

e_per = G × 1000 / ω [μm]
U_per = e_per × M [g·mm]
F = M × e_per × ω² / 10⁶ [N]

Dabei ist G die Auswuchtgüte (mm/s), ω = 2π×n/60 (rad/s), M die Rotormasse (kg), e_per die zulässige spezifische Unwucht, U_per die zulässige Restunwucht und F die resultierende Zentrifugalkraft.

Auswahl der richtigen Korngröße für Brecher

BrechertypTypische QualitätTypische Drehzahl
Horizontaler Schachtaufprall (HSI)G16 – G40500–800
Vertikaler Wellenaufprall (VSI)G6.3 – G161000–2000
HammermühleG16 – G401000–1800
Backenbrecher (Schwungrad)G16200–400
KegelbrecherG6.3 – G16300–600

Massentoleranz pro Element

Beim Austausch von Hämmern oder Schlagleisten trägt die Massenabweichung der einzelnen Elemente direkt zur Unwucht des Rotors bei. Jedes Element befindet sich in einem bestimmten Abstand zur Rotationsachse. Die Massentoleranz pro Element sollte wie folgt lauten:

Δm_element ≤ U_per / (r_element × N_elements)

Wo r_element ist der Schwerpunktradius des Elements und N_Elemente ist die Anzahl der Elemente.

Auswirkungen auf die Lagerlebensdauer

Die Unwuchtkraft wirkt als zusätzliche radiale Drehlast auf die Lager. Die Nennlebensdauer des Lagers (L10) reagiert sehr empfindlich auf die einwirkende Last.

  • Kugellager: L10 ∝ (C/P)³
  • Wälzlager: L10 ∝ (C/P)^(10/3)

Selbst mäßige Unwuchtkräfte können in Kombination mit den ohnehin schon hohen Prozessbelastungen in Brechern die Lagerlebensdauer erheblich reduzieren.

Praktisches Auswuchtverfahren für Brecher

  • Schritt 1: Wiegen Sie alle Hämmer/Schlagstangen einzeln und notieren Sie die Massen.
  • Schritt 2: Sortiere die Elemente nach ihrer Masse und füge die schwersten mit den leichtesten zusammen.
  • Schritt 3: Montieren Sie paarweise Elemente auf gegenüberliegenden Seiten des Rotors.
  • Schritt 4: Prüfen Sie, ob die Gesamtmassendifferenz zwischen gegenüberliegenden Positionen innerhalb der Toleranz pro Element liegt.
  • Schritt 5: Nach der Installation den Brecher in Betrieb nehmen und die Vibrationen an beiden Lagern messen.
  • Schritt 6: Wenn die Vibrationen die Grenzwerte überschreiten, führen Sie eine einflächige Feldwuchtung durch.

Zentrifugalkraft und Lagerlebensdauer

Die durch Unwucht entstehende Zentrifugalkraft wirkt als rotierende Radiallast auf die Lager. Die Lebensdauerbeziehung L10 des Lagers lautet:

  • Kugellager: L10 = (C/P)³ × 10⁶ / (60 × n)
  • Wälzlager: L10 = (C/P)^(10/3) × 10⁶ / (60 × n)

Dabei ist C die dynamische Tragzahl, P die äquivalente dynamische Last (einschließlich Unwuchtkraft) und n die Drehzahl (U/min). Selbst eine geringe Unwuchtkraft kann die Lebensdauer von Brechern in Kombination mit den ohnehin schon hohen Prozesslasten erheblich verkürzen.

Vibrationsgrenzwerte für Brecher

Aufgrund der prinzipbedingten Stoßbelastung von Brechern sind die Vibrationsgrenzwerte höher als bei laufruhigen Maschinen:

  • Gut: < 10 mm/s Geschwindigkeits-RMS an Lagergehäusen
  • Akzeptabel: 10–18 mm/s — typisch für in Betrieb befindliche Brecher
  • Alarm: 18–28 mm/s — untersuchen, Verschleißteile prüfen
  • Gefahr: > 28 mm/s — Abschalten und prüfen

Fundament- und Statiküberlegungen

Die Fundamente von Brechanlagen müssen so ausgelegt sein, dass sie Stoßkräfte absorbieren. Die Fundamentmasse sollte das 3- bis 5-Fache der Brechanlagenmasse betragen, um eine ausreichende Schwingungsdämpfung zu gewährleisten. Wichtige Prüfpunkte:

  • Ankerbolzen: Drehmoment bei jeder größeren Wartungsmaßnahme überprüfen
  • Isolationshalterungen: Gummiisolatoren auf Verschleiß prüfen und Durchbiegung korrigieren
  • Konkreter Zustand: Prüfen Sie auf Risse, insbesondere im Bereich der Ankerbolzentaschen.
  • Fugenintegrität: Prüfen Sie, ob zwischen Grundplatte und Fundament keine Hohlräume vorhanden sind.

Brechertypen und Ausgleichsüberlegungen

  • Horizontaler Wellenaufprall (HSI): Die Andruckleisten sind die Hauptverschleißteile. Sie sollten immer als Satz ausgetauscht und einzeln gewogen werden. Der Rotor ist üblicherweise auf G16 ausgewuchtet.
  • Vertikaler Wellenaufprall (VSI): Höhere Drehzahlen erfordern eine präzisere Auswuchtung (G6.3–G16). Verschleißtisch und Ambossring beeinflussen die Auswuchtung indirekt.
  • Hammermühle: Mehrere Hämmer auf Drehzapfen. Umkehrhämmer müssen paarweise gedreht werden. G16–G40 je nach Drehzahl.
  • Backenbrecher: Die Auswuchtung des Schwungrads ist von entscheidender Bedeutung. Eine Unwucht der exzentrischen Welle ist konstruktionsbedingt, muss aber innerhalb der Toleranzgrenzen liegen.
  • Kegelbrecher: Der Verschleiß von Mantel und Kessel beeinflusst die Balance. Die Balance der Kopfeinheit wird bei Generalüberholungen überprüft.

Bewährte Methode: Führen Sie ein Protokoll über die Massen der einzelnen Hammer-/Schlagleisten für jede Rotorposition. Verfolgen Sie den Massenverlust im Laufe der Zeit, um optimale Austauschintervalle vorherzusagen und die Balance während des gesamten Verschleißzyklus innerhalb der Toleranz zu halten.

⚠️ Praktischer Hinweis: Nach dem Austausch von Hammer und Schlagleiste sollten die einzelnen Elemente stets gewogen und so angeordnet werden, dass die Unwucht minimiert wird (schwerstes Element auf gegenüberliegenden Seiten). Selbst innerhalb der Toleranz G40 verlängert die Abstimmung der Elemente die Lebensdauer von Lager und Rahmen erheblich.

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