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Probegewichtsrechner zum Rotorauswuchten
Berechnen Sie die empfohlene Probegewichtsmasse für die einflächige Rotorwuchtung. Berücksichtigen Sie dabei Rotormasse, Drehzahl, Korrekturradius, Lagersteifigkeit und Schwingungsstärke.
Ergebnisse
Formel für das Probegewicht
Die Probegewichtsmasse wird mithilfe einer praktischen Ingenieursformel berechnet, die die Lagerungsbedingungen und die Schwingungsstärke berücksichtigt:
- Mt — Probegewichtsmasse (g)
- Herr — Rotormasse (g) — Eingabe in kg, Umrechnung intern in Gramm
- Ksupp — Stützsteifigkeitskoeffizient (0,5–5,0)
- Kvib — Schwingungspegelkoeffizient (0,5–3,0) — abgeleitet aus der gemessenen Schwingung in mm/s
- Rt — Probegewicht, Installationsradius (cm) — Eingabe in mm, interne Umrechnung in cm
- N — Rotordrehzahl (U/min)
Stützsteifigkeitskoeffizient (Ksupp)
Dieser Koeffizient berücksichtigt, wie die Maschinenstützkonstruktion die Schwingungsreaktion auf Unwucht beeinflusst:
| Ksupp | Unterstützungstyp | Beschreibung |
|---|---|---|
| 5.0 | Sehr starr | Massiver Betonblock, steife Stahlkonstruktion. Die Vibration ändert sich kaum bei Unwucht – Bedarf schwerer Versuchsgewicht (hohes Ksupp). |
| 4.0 | Starr | Betonfundament, steifer Sockel. Typisch für große Pumpen und Kompressoren. |
| 2,0–3,0 | Medium | Standardmäßige Industriemontage, Grundplatte auf Beton. Häufigste Anwendung für Ventilatoren, Motoren und allgemeine Maschinen. |
| 1.0 | Flexibel | Federlagerung, Gummidämpfer. Maschine schwingt frei. Feuerzeug Versuchsgewicht ausreichend (niedriges Ksupp). |
| 0.5 | Sehr flexibel | Hängende Halterung, weiche Isolatoren, Auswuchtvorrichtung/Wiege. Maximale Vibrationsdämpfung – geringstes Testgewicht. |
Faustregel: Starre Lager (Ksupp = 4–5) “absorbieren” Schwingungen, daher ist ein höheres Testgewicht erforderlich, um eine messbare Veränderung zu erzielen. Flexible Lager (Ksupp = 0,5–1) verstärken die Reaktion, sodass ein niedrigeres Testgewicht ausreicht.
Schwingungspegelkoeffizient (Kvib)
Dieser Koeffizient spiegelt die aktuelle Schwingungsstärke der Maschine vor dem Auswuchten wider:
| Kvib | Vibrationsniveau | Zustand |
|---|---|---|
| 1 | Niedrig (< 2 mm/s) | Die Maschine läuft einwandfrei. Nur Feinjustierung erforderlich. Leichteres Probegewicht verwenden – andernfalls könnte das vorhandene Ungleichgewichtssignal überlagert werden. |
| 2 | Mäßig (2–4,5 mm/s) | Spürbare Vibrationen. Standardmäßige Auswuchtarbeiten. |
| 3 | Erhöht (4,5–7,1 mm/s) | Offensichtliches Ungleichgewicht. Typisches Szenario für den Feldausgleich. Standardeinstellung. |
| 5 | Hoch (7,1–11 mm/s) | Deutliche Unwucht. Dringender Ausgleich erforderlich. Größeres Probegewicht in Ordnung – Vibrationen sind bereits hoch. |
| 8 | Sehr hoch (> 11 mm/s) | Gefährliches Niveau. Große Unwucht. Höheres Testgewicht akzeptabel, um eine messbare Vektoränderung zu gewährleisten. |
Warum diese Formel funktioniert
Die Formel Mt = Mr × Ksupp × Kvib / (Rt × (N/100)²) erfasst die wichtigsten physikalischen Zusammenhänge:
- Schwerere Rotoren schwerere Probegewichte erforderlich (linear mit Mr)
- Höhere Geschwindigkeiten mehr Zentrifugalkraft pro Gramm erzeugen, daher wird weniger Testgewicht benötigt (umgekehrtes Quadrat von N).
- Größerer Radius bedeutet mehr Drehmoment pro Gramm, daher wird weniger Gewicht benötigt (Kehrwert von Rt).
- Steifere Stützen Um eine messbare Schwingungsänderung zu erzeugen, ist ein höheres Gewicht erforderlich (höherer Ksupp-Wert = 4–5).
- Flexible Stützen Die Reaktion wird verstärkt, daher ist weniger Gewicht erforderlich (niedrigeres Ksupp = 0,5–1).
- Höhere vorhandene Vibration bedeutet größere bestehende Unausgewogenheit – proportional größeres Testgewicht (höherer Kvib)
Praktisches Beispiel
Gegeben: Mr = 111 kg = 111.000 g, N = 1111 U/min, Rt = 111 mm = 11,1 cm, Ksupp = 1,0, Vibration = 11 mm/s → Kvib = 1,5
Schritt 1: Geschwindigkeitsfaktor: (N/100)² = (1111/100)² = 11,11² = 123,43
Schritt 2: Nenner: Rt(cm) × (N/100)² = 11,1 × 123,43 = 1370,1
Schritt 3: Zähler: Mr(g) × Ksupp × Kvib = 111.000 × 1,0 × 1,5 = 166.500
Schritt 4: Mt = 166.500 / 1.370,1 = 121,5 g
Ergebnis: Verwenden Sie ungefähr 122 g Probegewicht bei einem Radius von 111 mm.
⚠️ Sicherheitshinweis: Ein zu hohes Testgewicht kann gefährlich starke Vibrationen verursachen. Erscheint das berechnete Gewicht zu hoch, beginnen Sie mit der Hälfte und erhöhen Sie es schrittweise. Achten Sie stets darauf, dass das Testgewicht fest sitzt und sich während der Rotation nicht lösen kann.
Vergleich mit der ISO 21940-Methode
Das klassische ISO-Verfahren verwendet die Auswuchtklasse G zur Berechnung der zulässigen Unwucht und setzt 5–10% als Probegewicht ein. Die Vibromera-Formel ist eine praktische Abkürzung, die ähnliche Ergebnisse liefert und dabei die realen Bedingungen (Stützsteifigkeit und aktuelles Schwingungsniveau) berücksichtigt, die das ISO-Verfahren als ideal annimmt.
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