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Grundlegendes zu Probegewichten beim Rotorauswuchten

Schwingungssensor

Optischer Sensor (Laser-Tachometer)

Balanset-4

Magnetischer Ständer Insize-60-kgf

Reflektierendes Band

Dynamische Auswuchtmaschine "Balanset-1A" OEM

A Probegewicht — manchmal auch als Prüfgewicht oder Kalibriergewicht bezeichnet — ist eine bekannte Masse, die vorübergehend an einem Rotor an einer genau definierten Winkelposition während der Auswuchten Prozess. Seine Aufgabe besteht darin, gezielt eine bekannte, kontrollierte Menge an Unwucht damit der Analytiker beobachten kann, wie der Rotor reagiert. Diese gemessene Reaktion wird dann zur Berechnung der genauen Korrekturgewicht erforderlich, um die ursprüngliche Unwucht des Rotors auszugleichen. Das Probegewicht ist das Herzstück der Einflusskoeffizientenmethode, die am häufigsten verwendete Technik für Feldauswuchten von rotierenden Maschinen.

1. Warum ein Probegewicht benötigt wird

In der Praxis lassen sich die Massenverteilung, die Lagersteifigkeit, die Dämpfung oder die Flexibilität des Fundaments eines Rotors nicht ohne Weiteres messen. Anstatt zu versuchen, all diese Faktoren zu modellieren, behandelt die Probegewichtsmethode die gesamte Maschine als „Black Box" und misst ihr dynamisches Verhalten direkt. Ein einziger bekannter Eingangswert – das Probegewicht – erzeugt einen messbaren Ausgangswert, und diese Eingangs-Ausgangs-Beziehung ist alles, was die Mathematik benötigt. Die Vorteile dieses empirischen Ansatzes sind beträchtlich:

  • Genaue Systemcharakterisierung: Der Test erfasst alle realen Faktoren, die das Schwingungsverhalten beeinflussen – Lagersteifigkeit, Flexibilität des Fundaments, Kopplungseffekte und aerodynamische Kräfte — ohne dass man sie im Voraus kennen muss.
  • Genaue Korrektur: durch Messung der Änderung von Amplitude und Phase Durch Messung der durch eine bekannte Masse verursachten Änderung berechnet das Gerät die erforderliche Korrektur mit hoher Genauigkeit.
  • Keine Vorkenntnisse erforderlich: Für dieses Verfahren sind weder Zeichnungen noch technische Daten noch ein theoretisches Rotormodell erforderlich.
  • Tatsächliche Betriebsbedingungen: Der Probelauf wird bei der tatsächlichen Drehzahl, Temperatur und Belastung der Maschine durchgeführt, sodass die Korrektur für den tatsächlichen Lauf des Rotors gültig ist.

2. Die Wahl des richtigen Probegewichts

Die Wahl des richtigen Prüfgewichts ist entscheidend für ein zuverlässiges Ergebnis. Es muss groß genug sein, um eine deutlich messbare Schwingungsänderung zu bewirken, aber dennoch klein genug, um keine unsicheren Zustände zu verursachen oder Schutzsysteme auszulösen. Ein zu kleines Gewicht führt zu einer Reaktion, die im Rauschen untergeht; ein zu großes Gewicht gefährdet die Maschine.

Allgemeine Leitlinien

  • Faustregel: Streben Sie ein Probegewicht an, das den Schwingungsvektor um etwa 25–50 % des Ausgangswertes verschiebt – dies reicht aus, um die Änderung sowohl der Amplitude als auch der Phase klar und zuverlässig zu messen.
  • Vorläufige Schätzung: Bei einem unbekannten Rotor ist ein Probegewicht von etwa 1–5 % des Rotorgewichts, angebracht am Auswuchtradius, ein sinnvoller erster Anhaltspunkt. Die meisten modernen Auswuchtgeräte verfügen über eine Funktion zur Schätzung des Probegewichts auf der Grundlage des anfänglichen Schwingungspegels.
  • Berechneter Ansatz: Eine gängige Arbeitsformel lautet Mt = Mr × KStütz × KVibration / (Rt × (N/100)²), wobei Mt ist die Probemasse, Mr die Rotormasse, KStütz ein Stützsteifigkeitskoeffizient (typischerweise 1–5), KVibration ein Schwingungspegelkoeffizient, Rt der Einbauradius und N die Drehzahl in Umdrehungen pro Minute. Diese Beziehung spiegelt eine grundlegende physikalische Tatsache wider: Da Zentrifugalkraft steigt mit dem Quadrat der Drehzahl; ein schnell drehender Rotor benötigt daher ein weitaus geringeres Probegewicht als ein langsam drehender Rotor gleicher Masse.
  • Sicherheit geht vor: Verwenden Sie niemals ein Probegewicht, das so schwer ist, dass die Schwingungen die Sicherheitsgrenzen überschreiten.
  • Sichere Befestigung: Befestigen Sie das Gewicht mit einer Schraube, einer Klemme oder magnetisch, damit es bei hoher Geschwindigkeit nicht wegfliegen kann. Knetmasse oder Modelliermasse eignet sich gut für schnelle Versuche, muss jedoch fest angedrückt und im Idealfall zusätzlich mechanisch gesichert werden.

Um die Rotormasse, den Radius und die Drehzahl direkt in eine empfohlene Masse umzurechnen, bietet unser Probegewichtsrechner automatisiert die Berechnungen und nimmt diesem ersten, entscheidenden Schritt das Rätselraten ab.

3. Wie das Probegewicht verwendet wird: die Vorgehensweise

Die Probegewicht-Methode folgt einem systematischen Ablauf, der das Herzstück der modernen Feldauswuchtung bildet:

  1. Erster Durchlauf: Lassen Sie die Maschine mit ihrer normalen Drehzahl laufen und erfassen Sie den anfänglichen Schwingungsvektor – Amplitude und Phase zusammen. Dies ist die Reaktion auf die ursprüngliche Unwucht des Rotors, die während der Probelauf.
  2. Befestigen Sie das Probegewicht: die Maschine anhalten und die bekannte Masse in einer aufgezeichneten Winkelposition fixieren – diese ist in der Regel mit 0° gekennzeichnet oder bezieht sich auf eine Keyphasor Markierung – auf dem ausgewählten Korrekturebene.
  3. Probelauf: Starten Sie die Maschine neu und lassen Sie sie mit derselben Drehzahl laufen; messen und notieren Sie anschließend den neuen Schwingungsvektor. Dieser Messwert entspricht der Vektorsumme aus der ursprünglichen Unwucht und dem Einfluss des Probegewichts.
  4. Berechne den Einflusskoeffizienten: Das Instrument führt eine Vektorsubtraktion um die Reaktion zu isolieren, die allein auf das Prüfgewicht zurückzuführen ist, und bildet dann den Einflusskoeffizienten als Verhältnis dieser Schwingungsänderung zur Probemasse.
  5. Berechne das Korrekturgewicht: Anhand des Einflusskoeffizienten berechnet die Software die genaue Masse und den genauen Winkel des permanenten Ausgleichsgewichts, mit dem die ursprüngliche Unwucht ausgeglichen wird.
  6. Installieren und überprüfen: das Prüfgewicht entfernen, die berechnete Korrektur vornehmen und eine abschließende Überprüfung durchführen, um sicherzustellen, dass die Restunwucht ist auf ein akzeptables Niveau gesunken.

4. Das Prüfgewicht beim praktischen Auswuchten vor Ort

Bei einem tragbaren Gerät ist der Prüfgewichtslauf der Schritt, der das Auswuchten an einer montierten Maschine überhaupt erst ermöglicht. Der Balanset-1A Dieser Arbeitsablauf wird direkt gesteuert: Bei Betriebsdrehzahl und unter Einsatz der maschineninternen Lager erfasst das System beim ersten Durchlauf die Amplitude und Phase bei 1×, wiederum mit dem Prüfgewicht, und berechnet den Einflusskoeffizienten automatisch. Die Software gibt dann die Masse und den Winkel des Korrekturgewichts zurück und überprüft das Ergebnis in einem abschließenden Durchlauf – alles ohne Auswuchtmaschine und ohne den Rotor auszubauen. Bei Maschinen, die eine Korrektur in zwei Ebenen erfordern, wird dieselbe Logik auf eine Abfolge von Prüfgewichtsläufen ausgeweitet, wobei pro Ebene ein Gewicht verwendet wird.

5. Praktische Überlegungen und bewährte Verfahren

Zuverlässige Ergebnisse hängen von einer Reihe von Grundsätzen ab, die erfahrene Auswuchter stets befolgen:

  • Präzise Winkelpositionierung: Notieren Sie den Winkel des Prüfgewichts genau. Schon ein Fehler von wenigen Grad bei der erfassten Position führt unmittelbar zu einer falschen Korrekturberechnung.
  • Gleichmäßige radiale Anordnung: Platzieren Sie das Prüfgewicht nach Möglichkeit an derselben Stelle, an der später das Korrekturgewicht angebracht wird. Das vereinfacht die Berechnungen und erhöht die Genauigkeit.
  • Wiederholbare Bedingungen: Der erste Durchlauf und jeder Prüfgewichtslauf müssen hinsichtlich Drehzahl, Temperatur und Belastung identisch sein. Uneinheitliche Bedingungen verfälschen den Vergleich, auf dem die gesamte Methode beruht.
  • Mehrere Ebenen: für Zwei-Ebenen oder Mehrebenen-Auswuchten… erwarten Sie mehrere Prüfgewichte, die in separaten Durchläufen auf verschiedene Korrekturebenen angewendet werden und jeweils einen Teil des kreuzgekoppelten Ansprechverhaltens des Rotors charakterisieren.

Die Methode mit Probegewicht erfordert zwar einen zusätzlichen Maschinenlauf, bietet dafür aber die Genauigkeit und Wiederholbarkeit, die professionelle Arbeit erfordert. Sie ist nach wie vor der Industriestandard für die In-situ- dynamisches Auswuchten… und ein gutes Verständnis dafür, wie man ein Prüfgewicht auswählt und platziert, gehört zu den wertvollsten praktischen Fähigkeiten, die ein Auswuchttechniker erwerben kann.


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