Entdecken Sie Vibromera.com — unsere neue internationale Website. Vibromera.com besuchen →

Rotorauswuchtung — Verfahren, Arten & Normen

📌 Kanonischer Referenzartikel — vibromera.eu

Der vollständige Leitfaden zum Auswuchten rotierender Maschinen: statisch vs. dynamisch (ein- und zweidimensional), die Einflusskoeffizientenmethode, Toleranzen nach ISO 21940, Auswuchten vor Ort und Korrekturtechniken.

Dieser Leitfaden spiegelt die Vor-Ort-Auswuchtmethodik von Vibromera wider, dessen Balanset-Zwei-Ebenen-Geräte das im Folgenden beschriebene Einflusskoeffizientenverfahren umsetzen.

Für eine kaufentscheidungsorientierte Betrachtung desselben Themas siehe wie man eine tragbare Auswuchtmaschine auswählt.

Schwingungssensor

Optischer Sensor (Laser-Tachometer)

Balanset-4

Magnetischer Ständer Insize-60-kgf

Reflektierendes Band

Dynamische Auswuchtmaschine "Balanset-1A" OEM

Statisches vs. dynamisches Auswuchten

Die beiden grundlegenden Auswuchtarten werden durch die Rotorgeometrie und die Art der vorhandenen Unwucht bestimmt.

📍
Statisch (Ein-Ebene)
Eine Korrekturebene
Korrigiert statische Unwucht — Der Massenschwerpunkt des Rotors ist von der Rotationsachse verschoben, die Trägheitsachse bleibt jedoch parallel. Dies entspricht einem einzelnen "schweren Punkt". Er ist auch ohne Rotation erkennbar (die Schwerkraft macht ihn auf scharfen Kanten sichtbar).
Ebenen1 Korrekturebene
Sensoren1 Vibrationssensor + 1 Drehzahlmesser
RotorformScheibenförmig, L/D < 0,5
BeispieleLüfterlaufräder, Riemenscheiben, Schleifscheiben, schmale Schwungräder
Balanset-ModusF2 — Einzelebene
💫
Dynamisch (Zwei-Ebenen)
Zwei Korrekturebenen
Korrigiert dynamischen Unwucht — der allgemeine Fall, der statische und Kräftepaar-Komponenten kombiniert. Die Trägheitsachse verläuft weder parallel zur Rotationsachse noch schneidet sie diese. Nur während der Rotation messbar. Erzeugt sowohl Kraft- als auch Kippmomentschwingungen.
Ebenen2 Korrekturebenen
Sensoren2 Vibrationssensoren + 1 Drehzahlmesser
Rotorformlänglich, L/D > 0,5
BeispieleMotoranker, Pumpenwellen, Papierrollen, Kardanwellen
Balanset-ModusF3 — Zwei-Ebenen
📊 Ein-Ebenen- vs. Zwei-Ebenen-System – Entscheidungshilfe
KriteriumEin-EbeneZwei-Ebenen
Unwuchtart korrigiertNur statischStatisch + Kräftepaar (dynamisch)
RotorgeometrieL/D < 0,5 (scheibenförmig)L/D > 0,5 (länglich)
Anzahl der Läufe2 (Anfangslauf + Probelauf)3–4 (Anfangsversuche + 2 Versuche bzw. Kreuzkopplung)
Sensoren erforderlich1 Beschleunigungsmesser + Drehzahlmesser2 Beschleunigungsmesser + Drehzahlmesser
LagerschwingungsmusterGleichphasig bei 1×Die Phase variiert (nicht phasengleich, nicht 180°).
Typische RotorenLüfterlaufräder, Riemenscheiben, SchleifscheibenMotoren, Pumpen, Walzen, Turbinen, Wellen
ISO-AusgleichsebenenempfehlungSchmale Rotoren gemäß ISO 1940-1 §4.3Standard für alle länglichen Rotoren
Balanset-1A-ModusF2F3

Das Ausgleichsverfahren

Einflusskoeffizientenmethode (Probegewichtsmethode) – der Standardansatz für die Feld- und Werkstattauswuchtung

1
📊
Erstmessung
Betreiben Sie die Maschine mit Betriebsdrehzahl. Messen Sie die Schwingungsamplitude (mm/s) und den Phasenwinkel (°) an jedem Lager. Dies ist die Basislinie — die Unwuchtsignatur. Aufzeichnung in Balanset-1A.
2
⚖️
Probegewicht anbringen
Maschine anhalten. Ein bekanntes Testgewicht an einer bekannten Winkelposition in der Korrekturebene anbringen. Die Masse sollte eine spürbare, aber nicht gefährliche Schwingungsänderung (10–30% des Ausgangswerts) bewirken.
3
📈
Probelauf
Führen Sie den Test mit derselben Geschwindigkeit erneut durch. Messen Sie die neue Schwingungsamplitude und -phase. Vektordifferenz Der Unterschied zwischen dem ersten Lauf und dem Probelauf wird ausschließlich durch das Probegewicht verursacht.
4
🧮
Korrektur berechnen
Die Software berechnet die Einflusskoeffizient — wie groß die Schwingungsänderung pro Masseneinheit an dieser Stelle ist. Anschließend werden die exakte Korrekturmasse (g) und der Korrekturwinkel (°) berechnet, um die ursprüngliche Unwucht auszugleichen.
5
🔩
Korrektur anbringen
Entfernen Sie das Probegewicht. Bringen Sie das berechnete permanente Korrekturgewicht im vorgegebenen Winkel an. Bei zwei Ebenen: Wiederholen Sie die Schritte 2–4 für die zweite Ebene (Balanset-1A löst beide Ebenen gleichzeitig).
6
Verifizieren
Abschließender Lauf zur Bestätigung, dass die Restschwingung innerhalb der Toleranz liegt. Vergleich der gemessenen Restschwingung mit ISO 1940-1 Upro Grenzwert. Balanset-1A zeigt Bestanden/Nicht bestanden an und erstellt einen Auswuchtbericht.

Warum Balance? – Die Vorteile

Unwucht ist die Hauptursache für Vibrationen in rotierenden Maschinen (#1). Eine Korrektur führt zu messbaren Ergebnissen.

⚙️
Lagerlebensdauer
Unwuchtkräfte wirken direkt auf die Lager. Vibrationsreduzierung durch 50% → bis zu 8-fache Verlängerung der Lagerlebensdauer.
🛡️
Zuverlässigkeit
Geringere Vibrationen → weniger Materialermüdung an Dichtungen, Wellen, Kupplungen und Fundamenten. Weniger Ausfälle.
🔇
Lärm
Vibrationen sind die Hauptgeräuschquelle. Ausgewuchtete Maschinen laufen deutlich leiser.
Energie
Die durch Vibration und Wärme verlorene Energie wird als nutzbare Arbeit zurückgewonnen. Messbarer Effizienzgewinn.
🛑
Sicherheit
Starke Unwucht kann zu katastrophalen Ausfällen führen. Auswuchten beugt vibrationsbedingten Unfällen vor.

Was ist Rotorauswuchten?

Schnelle Antwort

Auswuchten von Rotoren ist der Prozess der Verbesserung der Massenverteilung eines rotierenden Körpers, sodass sein Massenschwerpunkt mit der geometrischen Rotationsachse übereinstimmt. Dies minimiert die Zentrifugalkräfte und reduziert die Vibrationen, Lager Belastungen, Geräusche und Energieverbrauch werden berücksichtigt. Die Korrektur erfolgt durch Hinzufügen oder Entfernen von Gewichten an bestimmten Stellen und Winkeln, gesteuert durch Schwingungsmessungen und Phasenanalyse. Das Akzeptanzkriterium ist definiert durch ISO 1940-1 (ISO 21940-11) G-Noten. Die beiden Typen sind statisch (einebig) für scheibenförmige Rotoren und dynamisch (zweiebig) für längliche Rotoren.

Unwucht Unwucht ist die häufigste Ursache für Vibrationen in rotierenden Maschinen. Bei unvollkommener Massenverteilung – bedingt durch Fertigungstoleranzen, Materialinhomogenitäten, Korrosion, Ablagerungen oder Beschädigungen – entstehen Zentrifugalkräfte, die quadratisch mit der Drehzahl zunehmen. Eine geringe Unwucht bei niedriger Drehzahl kann bei hoher Drehzahl zerstörerische Folgen haben.

Durch Auswuchten wird dieses Problem gelöst, indem die Schwingungsantwort iterativ gemessen und die Massenverteilung so lange angepasst wird, bis ein Restwert erreicht ist. Unwucht liegt innerhalb der Toleranz. Es handelt sich sowohl um einen Fertigungsprozess (an Auswuchtmaschinen in der Werkstatt) als auch um einen Wartungsprozess (Auswuchten vor Ort an installierten Anlagen).

Die Einflusskoeffizientenmethode

Moderne Auswuchtung – sowohl auf speziellen Auswuchtmaschinen als auch im Feld – nutzt die Einflusskoeffizientenmethode (Versuchsgewicht). Das physikalische Prinzip: Wenn wir wissen, wie eine bekannte Masse an einer bekannten Position die Schwingung verändert, können wir die Masse und Position berechnen, die erforderlich sind, um die ursprüngliche Unwucht aufzuheben.

Einflusskoeffizient
α = (VVersuch − Vanfänglich) / T
α = Einflusskoeffizient (Schwingung pro Unwuchteinheit) | V = Schwingungsvektor (Amplitude∠Phase) | T = Testgewichtsvektor (Masse∠Winkel)
Korrekturberechnung
C = -Vanfänglich / α
C = Korrekturgewichtsvektor (Masse∠Winkel), betragsgleich und entgegengesetzt zu Vanfänglich

Bei der Zwei-Ebenen-Auswuchtung wird das System zu einer 2×2-Matrix (vier Einflusskoeffizienten, die die Wechselwirkungen zwischen den Ebenen berücksichtigen), das Prinzip bleibt jedoch identisch. Balanset-1A Balanset-1A löst dies automatisch — der Bediener startet einfach die Maschine und bringt Probegewichte an.

Auswahl des Testgewichts

Das Testgewicht sollte eine spürbare Änderung der Vibration (idealerweise 10–30% des Ausgangsniveaus) bewirken, ohne gefährliche Belastungen zu erzeugen. Ein nützlicher erster Schätzwert:

Probegewichtsschätzung
mVersuch ≈ (10 × M) / (R × (n/1000)²)
m in Gramm | M = Rotormasse (kg) | R = Testradius (mm) | n = Drehzahl – Faustregel für ca. 10% bei Unwucht G 6.3

Wann ausbalancieren – Vibrationssignatur

Woher wissen Sie, dass die Vibration durch Unwucht und nicht durch Fehlausrichtung, Lockerheit oder Lagerdefekte?

Unwucht-Vibrationssignatur

Frequenz: Dominanter Peak bei genau 1× U/min (Drehzahl) im FFT Spektrum.

Richtung: Vorwiegend radial (horizontal und vertikal). Die axiale Komponente ist gering.

Phase: Stabiler, wiederholbarer Phasenwinkel bei 1×. Die Phase driftet nicht mit der Zeit.

Geschwindigkeitsabhängigkeit: Die Amplitude nimmt mit dem Quadrat der Geschwindigkeit zu (proportional zu ω²).

Im Gegensatz zur Fehlausrichtung: Fehlausrichtungen führen zu signifikanten 2×- und/oder axialen 1×-Komponenten. Lagerfehler verursachen nicht-synchrone Frequenzen.

Vor dem Auswuchten sollte die Diagnose immer überprüft werden. Der Balanset-1A Spektrumanalysator (F1-Modus) zeigt das vollständige FFT Spektrum, das die Bestätigung ermöglicht, dass 1× dominiert, bevor mit dem Ausgleich fortgefahren wird.

Korrekturmethoden

Masse hinzufügen

  • Aufsteckgewichte: Federklemmengewichte aus Zink oder Stahl. Häufig verwendet für Ventilatoren und Räder. Schnell, nicht dauerhaft.
  • Anschraubgewichte: Präzisionsgewichte, die mit Schrauben in Gewindebohrungen oder T-Nuten befestigt werden. Standard für große Rotoren und Turbinen.
  • Anschweißgewichte: Stahlplatten oder -stangen werden am Rotor punktgeschweißt. Dauerhaft. Üblich für schwere Industrieventilatoren und Brecherrotoren.
  • Epoxidharz/Kitt: Zweikomponentenklebstoff mit Metallfüllstoff. Gut geeignet für unebene Oberflächen. Nur für mittlere Temperaturen geeignet.
  • Stellschrauben: Werden in radiale Bohrungen eingeschraubt. Üblich bei Kupplungsnaben und Spindeln. Einstellbar.

Massenentfernung

  • Bohren: Material an der schwersten Stelle entfernen. Präzise Kontrolle der abgetragenen Masse (Masse = Dichte × Volumen). Unumkehrbar.
  • Fräsen/Schleifen: Material von der Felge oder Lauffläche entfernen. Häufig bei Turbinenrädern und Bremsscheiben.

Gewichtsaufteilung

Wenn der exakt berechnete Winkel zwischen zugänglichen Positionen liegt (z. B. zwischen Bolzenlöchern an einer Kupplung), wird die Korrektur mittels Vektorzerlegung auf die beiden benachbarten Positionen aufgeteilt. Balanset-1A beinhaltet einen automatischen Gewichtsaufteilungsrechner.

Feldausgleich (in situ)

Feldauswuchtung bedeutet Auswuchten eines Rotors ohne es aus der Maschine zu entfernen. Dadurch entfallen Demontage-bedingte Ausfallzeiten und die tatsächlichen Betriebsbedingungen (Ausrichtung, Lagervorspannung, Fundamenteffekte) werden berücksichtigt, die durch Auswuchten in der Werkstatt nicht nachgebildet werden können.

Balanset-1A Feldauswuchtset

Balanset-1A ist ein komplettes, tragbares Feldauswuchtsystem: 2-Kanal-Schwingungsanalysator, Laser-Drehzahlmesser, eingebaut ISO 1940 Toleranzrechner, Ein- (F2) und Zwei-Ebenen-Auswuchtmodus (F3), automatische Gewichtsverteilung und Erstellung eines formalen Auswuchtberichts (F6). Messgenauigkeit: ±5% Geschwindigkeit, ±1° Phase. Geeignet für G 16 bis G 2,5.

Balanset-4 ist erweiterbar auf 4 Kanäle für komplexe Mehrlagerrotoren oder die gleichzeitige Überwachung mehrerer Maschinen.

Vorteile des Feldausgleichs

  • Keine Demontage: Spart stunden- oder tagelange Ausfallzeiten bei großen Maschinen.
  • Reale Betriebsbedingungen: Beinhaltet Ausrichtung, Lagervorspannung, thermischen Zustand und Fundamenteinflüsse.
  • Trimmausgleich: Korrigiert Unwuchten, die durch Montageprozesse entstanden sind und durch eine manuelle Auswuchtung in der Werkstatt nicht behoben werden können.
  • Überprüfung nach der Wartung: Schnelle Überprüfung nach dem Austausch des Laufrads, dem Wechsel der Kupplung oder der Lagerüberholung.

Normen und Toleranzen

Auswuchten bedeutet nicht "so gut wie möglich", sondern "innerhalb der Toleranz". Die Toleranz wird durch internationale Normen definiert:

📏 Wichtige Auswuchtnormen
StandardThemaWichtigste Inhalte
ISO 1940-1 / ISO 21940-11Balance-Qualitätsklassen (G-Klassen)Skala G 0,4–G 4000. Formel: Upro = (9 549×G×M)/n. G 6.3 = Standard für Ventilatoren, Pumpen, Motoren.
ISO 1940-2 / ISO 21940-2VokabularDefinitionen: Unwuchtarten, Rotorklassifizierungen, Maschinentypen, Qualitätsbegriffe.
ISO 14694Industrielle VentilatorenBV-Anwendungskategorien für Ventilatoren, Auswuchtgütegrade und schwingungsbezogene Grenzwertleitlinien speziell für Industrieventilatoren.
ISO 10816 / ISO 20816Bewertung der MaschinenschwingungenMaßnahmen zur operativen Ergebnis von ausgewogener Qualität. Klassifizierung in die Zonen A/B/C/D.
ISO 21940-12Flexible RotorenMehrgeschwindigkeits- und Mehrebenenverfahren für Rotoren oberhalb der ersten kritischen Biegedrehzahl.
ISO 21940-14AuswuchtverfahrenAllgemeine Verfahren zum Ausbalancieren in mehreren Ebenen.
API 610 / API 617Erdölpumpen / KompressorenBeachten Sie die Anforderungen an die Rotorwuchtung gemäß ISO 1940 G-Klasse.
ISO 1940-1 Toleranzformel
Upro = (9 549 × G × M) / n
Upro = zulässige Restunwucht (g·mm) | G = G-Klasse (mm/s) | M = Masse (kg) | n = max. Drehzahl

Praktische Beispiele

Fall 1: Radialventilator – Feldauswuchtung in einer Ebene

Maschine: 22-kW-Radialventilator, 1460 U/min, Laufradmasse 38 kg. Starke Vibration: 8,2 mm/s RMS am antriebsseitigen Lager. Die FFT bestätigt einen dominanten 1×-Peak mit stabiler Phase.

Einrichten: Balanset-1A Sensor am DE-Lager, Laser-Drehzahlmesser an der Welle. Modus F2 (Einebenenauswuchten — L/D < 0,4).

Schritt 1: Erster Lauf: 8,2 mm/s bei 47°.

Schritt 2: Probegewicht: 15 g bei 0° auf der Lüfternabe, R = 200 mm.

Schritt 3: Probelauf: 5,9 mm/s bei 112°.

Schritt 4: Die Software berechnet: Korrektur = 22 g bei 198°, R = 200 mm.

Schritt 5: Ein 22 g schweres Anschweißgewicht im Winkel von 198° anbringen. Das Probegewicht entfernen.

Schritt 6: Verifizierung: 0,9 mm/s. ISO-Toleranz G 6.3 → Upro = 1 570 g·mm. Erreicht: ~180 g·mm. ✅ Bestanden.

Fall 2: Motor-Pumpen-Baugruppe — Zwei-Ebenen

Maschine: 45-kW-Motor + Kreiselpumpe, 2950 U/min, Rotormasse 55 kg. Vibration: DE-Lager 6,1 mm/s, NDE-Lager 4,8 mm/s. Phasenverschiebung ~140° → dynamische Unwucht.

Einrichten: Balanset-1A zwei Sensoren (DE + NDE), Modus F3. Korrekturebenen: Kupplungsnabe (Ebene 1) und Motorlüfterende (Ebene 2).

Läufe: Ausgangslage → Versuchsebene 1 (10 g bei 0°) → Versuchsebene 2 (8 g bei 0°).

Ergebnis: Die Software löst eine 2×2-Matrix. Korrektur: Ebene 1 = 18 g bei 245°, Ebene 2 = 12 g bei 68°.

Verifizierung: DE: 0,7 mm/s, NDE: 0,5 mm/s. G 6.3 Grenzwert: 1 122 g·mm. ✅ Beide Ebenen liegen deutlich innerhalb der Toleranz.

Fall 3: Brecherrotor – Grobe Wuchtgüte G 16

Maschine: Hammermühlenbrecher, 980 U/min, Rotormasse 420 kg. Nach dem Austausch der Hämmer erhöhte sich die Vibration auf 14,5 mm/s.

Spezifikation: G 16 (hohe Beanspruchung, extreme Bedingungen). Upro = 9 549 × 16 × 420 / 980 = 65 500 g·mm.

Verfahren: Eine Ebene (scheibenförmiger Rotor). Probegewicht 150 g bei 0° am Rand. Korrektur: 280 g bei 315°. Aufgeschweißte Stahlplatte.

Ergebnis: 2,8 mm/s. Restunwucht ~5 600 g·mm. ✅ Weit innerhalb der G 16-Grenze.

  • ISO 1940-1: G-Toleranzsystem – das Akzeptanzkriterium für Auswuchtergebnisse.
  • ISO 1940-2: Glossar – Definitionen aller Auswuchtbegriffe.
  • Ausgleichsgüte: Interaktiver G-Notenrechner.
  • Unwucht: Der physikalische Zustand, der durch das Auswuchten korrigiert wird.
  • ISO 14694: Ventilatorspezifische BV-Kategorien und Schwingungsgrenzwerte.
  • Harmonische: Unterscheidung von 1× (Unwucht) von 2× (Fehlausrichtung) und anderen Ordnungen.
  • Eigenfrequenz: Grenze zwischen starrem und flexiblem Rotor – entscheidend für den Auswuchtansatz.

← Zurück zum Glossar-Index

Häufig gestellte Fragen – Rotorauswuchtung

Verfahren, Arten, Diagnose und Standards

Was ist Rotorauswuchtung?
Das Verfahren zur Verbesserung der Massenverteilung eines rotierenden Körpers, sodass sein Massenschwerpunkt mit der geometrischen Rotationsachse übereinstimmt. Minimiert Zentrifugalkräfte → reduziert Vibrationen, Lagerbelastungen, Geräusche und Energieverluste. Korrektur: Hinzufügen/Entfernen von Gewicht an bestimmten Stellen/Winkeln. Akzeptanz: ISO 1940-1 G-Noten.
Statisches vs. dynamisches Auswuchten?
Statisch (1-Ebene): korrigiert verschobenen Schwerpunkt – einzelner schwerer Punkt – scheibenförmige Rotoren (L/D < 0,5). Dynamisch (2 Ebenen): korrigiert sowohl Kraft als auch Kräftepaar – allgemeiner Fall – längliche Rotoren. Die meisten realen Maschinen benötigen dynamisches Auswuchten. Im Zweifelsfall die Zwei-Ebenen-Methode verwenden.
Wie funktioniert die Probegewichtsmethode?
Anfangsschwingung messen → bekanntes Testgewicht anbringen → erneut messen → Vektordifferenz = Effekt des Testgewichts. Die Software berechnet den Einflusskoeffizienten und ermittelt anschließend die exakte Korrekturmasse und den Korrekturwinkel zur Kompensation der ursprünglichen Unwucht. Testgewicht entfernen, Korrekturgewicht anbringen, überprüfen. Balanset-1A automatisiert die Berechnung.
Eine oder zwei Ebenen?
Ein-Ebenen-Auswuchtung: Lüfterräder, Riemenscheiben, Schleifscheiben, Schwungräder (L/D < 0,5). Zwei-Ebenen-Auswuchtung: Motoren, Wellen, Pumpen, Walzen, Turbinen (L/D > 0,5). Balanset-1A: F2 = einebenig, F3 = zweiebenig. Schwingen die Lager bei 1× phasenverschoben, liegt eine Momentenunwucht (Kopplungsunwucht) vor → Zwei-Ebenen-Auswuchtung erforderlich.
Welcher ISO-Standard gilt für Toleranzen?
ISO 21940-11 (ISO 1940-1)G-Klassifizierungssystem. G 6.3 = Standard für Ventilatoren/Pumpen/Motoren. G 2.5 = Turbinen/Kompressoren. Upro = (9 549 × G × M) / n. ISO 14694 erstreckt sich auf fanspezifische BV-Kategorien. ISO 10816 bewertet Vibrationen im Betrieb.
Kann ich die Auswuchtung im eingebauten Zustand durchführen (ohne den Rotor auszubauen)?
Ja – Feldauswuchten. Ein tragbares Balanset-1A nutzt Vibrationssensoren und einen Drehzahlmesser an der installierten Maschine. Die Korrektur wird mittels Probegewicht-Methode ohne spezielle Auswuchtmaschine ermittelt. Spart Stunden an Demontagezeit. Berücksichtigt die tatsächlichen Betriebsbedingungen (Ausrichtung, Temperatur, Fundament).
Welche Korrekturmethoden werden üblicherweise angewendet?
Hinzugefügt: Aufsteckbare, anschraubbare, anschweißbare Gewichte; Epoxidharz/Kitt; Stellschrauben. Entfernen: Bohren, Fräsen, Schleifen. Die Wahl hängt von der Rotorkonstruktion, der Temperatur und den Anforderungen an die Dauerhaftigkeit ab. Durch Gewichtsverteilung wird die Korrektur auf benachbarte, erreichbare Positionen verteilt, wenn der exakte Winkel nicht eingestellt werden kann.
Woran erkenne ich, dass es sich um eine Unwucht und nicht um eine Fehlausrichtung handelt?
Unwucht: dominanter 1×-Peak, radial, stabile Phase, Amplitude ∝ Geschwindigkeit². Fehlausrichtung: Signifikante 2× und/oder axiale 1×-Komponente, Phasenbeziehung zwischen den Lagern (nicht gleichphasig, nicht 180°), Amplitude weniger drehzahlabhängig. Vor dem Auswuchten mit einem Balanset-1A-Spektrumanalysator (F1) überprüfen.

Auswuchten Sie jeden Rotor – vor Ort

Ein- und Zwei-Ebenen-Modus, ISO 1940 Toleranzrechner, Spektrumanalysator zur Diagnose, automatische Aufteilung der Ausgleichsgewichte und formale Auswuchtberichte – alles in einem tragbaren Gerät.

Auswuchtgeräte durchsuchen →
Kategorien: GlossarISO-Normen

WhatsApp
Balanset-1A · €1975Ingenieur fragen