Quasistatische Unwucht verstehen

Schwingungssensor

Optischer Sensor (Laser-Tachometer)

Balanset-4

Magnetischer Ständer Größe-60-kgf

Reflektierendes Band

Dynamische Auswuchtmaschine "Balanset-1A" OEM

Quasi-statische Unwucht ist eine spezifische und relativ seltene Art von dynamischen Unwucht. Sie tritt auf, wenn die Hauptträgheitsachse eines Rotors die Rotationsachse der Welle schneidet, aber nicht im Schwerpunkt des Rotors. In der Alltagssprache ist dies ein Zustand, der sowohl statische Unwucht und Momentenunwucht - mit der Besonderheit, dass die Winkellage des statischen Teils genau 90 Grad von der Ebene des Paares entfernt liegt. Diese exakte Ausrichtung gibt ihm seinen Namen und sein unverwechselbares Verhalten.

1. Definition: Was ist quasistatische Unwucht?

Zur Veranschaulichung sei daran erinnert, was einen perfekt ausgewuchteten Rotor ausmacht: Seine Hauptträgheitsachse fällt mit seiner Drehachse zusammen. Verschiedene Arten von Unwucht beschreiben verschiedene Möglichkeiten, wie sich diese beiden Achsen trennen können. Bei quasi-statischer Unwucht sind die beiden Achsen Kreuz - sie schneiden sich - aber der Kreuzungspunkt ist entlang der Welle vom Schwerpunkt versetzt und liegt nicht auf ihm. Geometrisch gesehen handelt es sich um eine gekippte und verschobene Achse, deren statische und gekoppelte Bestandteile in einem festen 90-Grad-Abstand fixiert sind.

Wie jede Form der dynamischen Unwucht kann sie nur vollständig gemessen und ausgeglichen werden, während sich der Rotor dreht, und sie erfordert einen Ausgleich in mindestens zwei Flugzeuge. Eine rein statische Prüfung an Messerkanten kann dies nicht aufzeigen, da die Koppelkomponente nur bei Rotation Kräfte erzeugt.

2. Verhältnis zu anderen Unwuchtarten

Es ist hilfreich, die quasi-statische Unwucht neben die drei Standardkategorien zu stellen:

  • Statische Unwucht: eine reine Verlagerung des Schwerpunkts von der Wellenachse. Sie erzeugt Zentrifugalkräfte, die in Phase an den beiden Lagern.
  • Ungleichgewicht in der Beziehung: ein reines “Taumeln”, mit gleich schweren Punkten an gegenüberliegenden Enden und Seiten. Sie erzeugt Kräfte, die 180 Grad phasenverschoben an den Lagern.
  • Dynamische Unwucht: der allgemeine Fall - eine Kombination aus statischer und gekoppelter Unwucht bei beliebigem Phasenwinkel zueinander.
  • Quasistatische Unwucht: ein Sonderfall der dynamischen Unwucht, bei dem die statische Komponente und die Koppelkomponente physikalisch genau um 90 Grad phasenverschoben sind.

Mit anderen Worten: Jeder quasistatische Rotor ist dynamisch ungewuchtet, aber nur ein bestimmtes geometrisches Zusammentreffen verdient die Bezeichnung “quasistatisch”.

3. Praxisbeispiel: Der fliegend gelagerte Rotor

Das klassische Lehrbuchbeispiel ist eine fliegend gelagerter Rotor deren Unwucht in einer einzigen Ebene liegt, die weit vom Schwerpunkt der Maschine entfernt ist. Man denke an einen großen Industrieventilator mit einem schweren Flügelsatz, der am Ende einer langen Welle über beide Lager hinaus montiert ist.

Angenommen, es gibt einen einzigen schweren Punkt auf der Lüfterscheibe - eine reine statische Unwucht auf der Scheibe selbst. Der Weg, auf dem eine Kraft die beiden Lager erreicht, ist nicht symmetrisch:

  • Das Lager, das sich näher am Ventilator befindet, spürt eine große Schwingungskraft.
  • Das weiter vom Ventilator entfernte Lager spürt ebenfalls eine Kraft, aber da die Masse über die Stützen hinaus “aushängt”, wirkt diese Kraft durch eine Schwenkbewegung um das nahe Lager.

Das Nettoergebnis an den Lagern ist eine komplexe Bewegung, die sowohl eine schüttelnde (statische) Komponente als auch eine schaukelnde (koppelnde) Komponente enthält. Da beide von einem einzigen physikalischen Schwerpunkt ausgehen, stehen sie in einer festen Beziehung zueinander - und genau diese feste Beziehung schafft den quasi-statischen Zustand. Dies ist auch der Grund, warum fliegend gelagerte Rotoren notorisch empfindlich sind und fast immer eine Behandlung auf zwei Ebenen erfordern.

4. Berichtigung

Trotz ihrer genauen Definition wird die quasistatische Unwucht wie jede allgemeine dynamische Unwucht ausgeglichen - es gibt kein besonderes Verfahren. Der Arbeitsablauf beim Auswuchten ist:

  1. Messung der Vibration Amplitude und Phase bei 1× Betriebsdrehzahl an zwei Lagerstellen.
  2. Berechnen Sie die erforderliche Korrekturgewichte und ihre winkelmäßige Anordnung für zwei ausgewählte Korrekturebenen, typischerweise unter Verwendung der Einflusskoeffizient Methode mit einer Probegewicht.
  3. Bringen Sie die Gewichte so an, dass sie sowohl die statischen als auch die kinematischen Komponenten gleichzeitig aufheben.

In der Praxis ist dies ein Standard Zwei-Ebenen-Auswuchten Arbeit. Ein tragbares Zweikanalgerät wie das Balanset-1A misst Amplitude und Phase an beiden Lagern, leitet die Einflusskoeffizienten des Rotors ab und berechnet die Masse und den Winkel für jede Ebene - und prüft dann, ob die Restunwucht die geforderte ISO 21940-11-Norm erfüllt. Ein Analytiker kann den Zustand anhand der Phasenmesswerte durchaus als quasi-statisch identifizieren, aber die praktische Korrektur ist die gleiche bewährte Zwei-Ebenen-Routine, die für jede dynamische Unwucht verwendet wird.

5. Warum die Unterscheidung wichtig ist

Wenn die Korrektur identisch ist, warum sollte man den Zustand dann überhaupt benennen? Weil das Erkennen eines quasi-statischen Musters hilft Verständnis, und nicht das Verfahren. Die Phasenbeziehung sagt dem Ingenieur, dass ein einziger überhängender schwerer Fleck - und nicht zwei unabhängige - die wahrscheinliche physikalische Ursache ist, was ihm Hinweise darauf gibt, wo die Ursache zu suchen ist: eine beschädigte Schaufel, angesammeltes Produkt oder ein Montagefehler an der überhängenden Scheibe. Diese Erkenntnis ist Teil des allgemeinen Wertes einer sorgfältigen Phaseninterpretation bei Rotordynamik.


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