Phasenwinkel bei Vibrationen verstehen

Schwingungssensor

Optischer Sensor (Laser-Tachometer)

Balanset-4

Magnetischer Ständer Größe-60-kgf

Reflektierendes Band

Dynamische Auswuchtmaschine "Balanset-1A" OEM

Phasenwinkel — eng verknüpft mit dem übergeordneten Konzept der Phase — ist die Winkelposition, gemessen in Grad von 0 bis 360, des Scheitelpunkts Vibration relativ zu einer umdrehungsbezogenen Referenzmarke auf der rotierenden Welle. Diese Referenz stammt von einem Drehzahlmesser oder Schlüsselphasengeber. In einer anderen Verwendungsweise drückt der Phasenwinkel die zeitliche Beziehung zwischen zwei Schwingungssignalen gleicher Frequenz aus. In beiden Fällen liefert er das “Wann”, das den Amplitude — das “Wie viel” — ergänzt, und gemeinsam bilden die beiden einen vollständigen Schwingungsvektor mit Betrag und Richtung. Der Phasenwinkel ist unverzichtbar für das Rotorauswuchtung, wo er vorgibt, wo Ausgleichsgewichte anzubringen sind; für kritische Geschwindigkeit Identifikation, bei der eine 180°-Phasenverschiebung bestätigt Resonanz; sowie für die Fehlerdiagnose, bei der charakteristische Phasenmuster eine Fehlerart von einer anderen unterscheiden. Ohne Phaseninformation wird ein großer Teil der diagnostischen und korrektiven Arbeit schlicht unmöglich.

1. Phasenmessung relativ zum Keyphasor

Das Referenzsystem

  • Referenzmarke: a strip of reflektierendes Band oder eine Kerbe auf der Welle.
  • Sensor: ein optischer oder magnetischer Tachometer, der die Marke bei jedem Vorbeilauf erfasst.
  • Einmal-pro-Umdrehung-Impuls: das Ereignis, das den 0°-Bezugspunkt definiert.
  • Schwingungszeitpunkt: die zu beantwortende Frage — wann tritt der Schwingungsscheitelwert relativ zu dieser Marke auf?
  • Winkelmessung: die Antwort, ausgedrückt in Grad von 0 bis 360.

Vorzeichenkonvention

  • entspricht der Position der Referenzmarke.
  • Richtung nimmt typischerweise in Drehrichtung zu.
  • Beispiel: ein Phasenwinkel von 90° bedeutet, dass der Schwingungsscheitelwert eine Vierteldrehung nach dem Passieren der Referenzmarke am Sensor eintrifft.

Da das Analysegerät die Verzögerung zwischen dem Tachometerimpuls und dem Schwingungsscheitelwert misst, bestimmt die Qualität dieser Impulsfolge alles Nachgelagerte — ein Punkt, auf den wir unter Messherausforderungen zurückkommen.

2. Die kritischen Anwendungsfelder

Auswuchten — die wichtigste Anwendung

Die Phase ist das, was auf den Schwerpunkt und damit auf die Korrektur hinweist. Das Verfahren ist direkt:

  • Messen Sie die Phase der Unwucht-induzierte 1×-Schwingung.
  • Die Phase gibt die Winkelposition des Schwerpunkts an.
  • Die Korrekturgewicht befindet sich ungefähr 180° gegenüber dem Schwerpunkt.
  • Für ein effektives Wuchten ist eine Phasengenauigkeit von etwa ±5–10° erforderlich.
  • Ohne Phase ist Wuchten unmöglich — es gibt keine Möglichkeit zu wissen, in welche Richtung korrigiert werden muss.

Identifikation der kritischen Drehzahl

Eine Phasenverschiebung, nicht allein eine Amplitudenspitze, ist das eindeutige Kennzeichen einer Resonanz:

  • Unterhalb der kritischen Drehzahl bleibt die Phase weitgehend konstant.
  • Das Durchfahren der kritischen Drehzahl erzeugt eine charakteristische Phasenverschiebung von 180°.
  • Oberhalb davon liegt die Phase 180° von ihrem Wert unterhalb der kritischen Drehzahl entfernt.
  • Diese Phasenänderung an einem Bode-Diagramm ist der zuverlässige Indikator.
  • Eine Amplitudenspitze allein genügt nicht; die Phasenverschiebung muss sie begleiten.

Fehlerdiagnose

Unwucht: Die Phase ist stabil und reproduzierbar, hält bei allen Drehzahlen unterhalb der kritischen den gleichen Wert und markiert die Position des Schwerpunkts.

Fehlausrichtung: zeigt charakteristische Phasenbeziehungen zwischen den Lagern — axiale Messwerte liegen an der Antriebs- und der Nicht-Antriebsseite häufig 180° auseinander, und das radiale Phasenbild hilft, die Art des Versatzes zu identifizieren.

Wellenriss: verändert sich die Phase der 1×- und 2×-Komponenten während des Hoch- und Auslaufs und verhält sich anders als bei einfacher Unwucht; die Variation spiegelt das “Atmen” des Risses beim Drehen der Welle wider.

Lockerheit: erzeugt eine unregelmäßige, instabile Phase, die zwischen Messungen um ±30–90° schwanken kann. Genau diese mangelnde Reproduzierbarkeit ist der diagnostische Hinweis.

3. Phase zwischen zwei Messpunkten

Der Phasenvergleich an zwei Messpunkten zeigt, wie sich eine Struktur oder ein Rotor als Ganzes bewegt.

Gleichphasig (0° Unterschied)

  • Beide Punkte bewegen sich gemeinsam, in die gleiche Richtung zum gleichen Zeitpunkt.
  • Weist auf eine starre Verbindung oder einen unterresonanten Betriebsmodus hin.
  • Typisch für zwei Lager auf demselben Rotor, der unterhalb der kritischen Drehzahl läuft.

Gegenphasig (180°-Unterschied)

  • Die Punkte bewegen sich entgegengesetzt — einer steigt, während der andere fällt.
  • Indicates a mode-shape Schwingungsknoten zwischen ihnen oder Betrieb oberhalb der Resonanz.
  • Diagnostic for Momentenunwucht und bei bestimmten Fluchtungsfehlern.

90°-Unterschied (Quadratur)

  • Die Punkte eilen einander um einen Viertelzyklus nach — einer erreicht sein Maximum, wenn der andere die Nulllinie kreuzt.
  • Kann auf eine kreisförmige oder elliptische Bewegung hinweisen, sichtbar an einer Welle Umlaufbahn.
  • Häufig bei Resonanzen oder bestimmten Lagergeometrien.

4. Messprobleme

Wie genau muss die Phasenmessung sein?

  • Ausgleichen: ±5–10°.
  • Arbeit an kritischen Drehzahlen: ±10–20° sind akzeptabel.
  • Fehlerdiagnose: ±15–30° sind häufig ausreichend.

Was die Genauigkeit beeinflusst

  • Tachometerqualität: ein sauberer Impuls pro Umdrehung ist unbedingt erforderlich.
  • Position der Referenzmarke: die Markierung muss fest haften und deutlich sichtbar sein.
  • Signalqualität: ein gutes Signal-Rausch-Verhältnis hält die Phase stabil.
  • Filterung: filters können eigene Phasenverschiebungen einbringen, die berücksichtigt werden müssen.
  • Drehzahlstabilität: eine schwankende Drehzahl verschmiert die Phasenmessung.

Common errors

  • Eine Referenzmarkierung, die sich verschoben hat — abgelöstes Klebeband oder eine veränderte Markierungsposition.
  • Ein falsch ausgerichteter oder instabiler Tachometer.
  • Geringe Signalamplitude, bei der Rauschen die Phasenschätzung dominiert.
  • Phasenmessung an der falschen Frequenzkomponente.

5. Phase in der Vektoranalyse

Polare Darstellung

Eine Schwingungsmessung ist von Natur aus ein Vektor: Der Betrag ist die Amplitude und der Winkel ist die Phase. Die Darstellung auf einem Polardiagramm ist die Standardmethode zur Visualisierung und Verfolgung des Ansprechverhaltens während des Auswuchtens.

Vektoraddition

Vektoraddition — die mathematische Grundlage jeder Probegewichtsberechnung — benötigt sowohl Amplitude als auch Phase, da die Phase bestimmt, wie zwei Vektoren sich überlagern:

  • Bei 0° addieren sie sich arithmetisch.
  • Bei 180° subtrahieren sie sich.
  • Bei jedem anderen Winkel gilt die vollständige Vektormathematik.

6. Der praktische Arbeitsablauf im Feld

An einer realen Maschine ist die Phasenerfassung Aufgabe eines tragbaren Zweikanal-Analysators, der in den eigenen Lagern des Geräts bei Betriebsdrehzahl arbeitet. Der Balanset-1A liest die 1×-Amplitude und Phase bezogen auf den Impuls seines Lasertachometers aus, und die Software wandelt diesen Vektor in Masse und Winkel jedes Probegewicht und des Korrekturgewichts um, bevor das Restunwuchtbestätigt wird. Wenn Sie Schwingungsvektoren manuell kombinieren oder auflösen möchten, um ein Ergebnis zu überprüfen, führt der Rechner für den Schwingungsphasenwinkel dieselbe Vektorarithmetik durch.

7. Phase dokumentieren und kommunizieren

Standardformat

  • Angabe als “Amplitude @ Phase” — zum Beispiel “5,2 mm/s @ 47°”.
  • Bei Bedarf die Frequenz angeben: “5,2 mm/s @ 47° bei 1×”.
  • Die Referenz angeben, d. h. die Keyphasor-Position, von der aus der Winkel gemessen wird.

Phase plots

  • Phase über Drehzahl — die untere Kurve eines Bode-Diagramms.
  • Phase gegenüber Frequenz.
  • Polardiagramme für den Auswuchtvorgang.
  • Phase maps for Betriebsdurchbiegungsform Analyse.

Der Phasenwinkel ist die zeitliche Dimension, die eine rohe Amplitude in einen vollständigen Schwingungsvektor verwandelt. Die Beherrschung seiner Messung, Interpretation und Anwendung — beim Auswuchten, bei der Resonanzidentifikation und bei der Fehlerdiagnose — ist grundlegend für die fortgeschrittene Schwingungsanalyse und für jede fundierte Beurteilung der Rotordynamik und des Maschinenzustands.


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