Meet Vibromera.com — our new international website. Visit Vibromera.com →

Verständnis der Ausgleichstoleranz

Schwingungssensor

Optischer Sensor (Laser-Tachometer)

Balanset-4

Magnetischer Ständer Insize-60-kgf

Reflektierendes Band

Dynamische Auswuchtmaschine "Balanset-1A" OEM

Auswuchttoleranz ist der maximal zulässige Betrag an Restunwucht die in einem Rotor once Auswuchten ist abgeschlossen. Dies ist das Abnahmekriterium – der Grenzwert, der darüber entscheidet, ob ein Rotor für den vorgesehenen Einsatzzweck ausreichend ausgewuchtet ist. Die Toleranz wird entweder als Unwuchtmasse bei einem bestimmten Radius (in Gramm-Millimetern oder Unzen-Zoll) oder als Vibration Amplitude (in mm/s oder mil). Diese Grenzwerte sind durch internationale Normen festgelegt – vor allem durch die ISO 21940 Serie – die Auswuchtqualitätsstufen entsprechend Rotortyp, Betriebsdrehzahl und Anwendungsbereich zuweist und so branchenübergreifend konsistente, sichere und wiederholbare Ergebnisse liefert.

1. Warum die Auswuchttoleranz wichtig ist

Die Festlegung der richtigen Toleranz ist keine reine Formalität; davon hängen mehrere praktische Aspekte ab:

  • Sicherheit: Eine zu hohe Restunwucht kann zum Ausfall einer Maschine führen und damit das Personal sowie benachbarte Anlagen gefährden.
  • Lebensdauer der Geräte: Die Einhaltung der Toleranzen minimiert vibrationsbedingte Verschleiß bei Lagern, Dichtungen und der Konstruktion, wodurch die Lebensdauer verlängert wird.
  • Qualitätssicherung: Eine festgelegte Toleranz liefert ein objektives Kriterium für die Beurteilung, ob eine Arbeit den Anforderungen entspricht oder nicht, sodass die Qualität nicht von subjektiven Einschätzungen abhängt.
  • Wirtschaftliche Abwägung: Die Toleranz ist ein bewusster Kompromiss zwischen den unerschwinglichen Kosten einer perfekten Auswuchtung und einer akzeptablen Leistung – das Streben nach einer Unwucht von Null ist sinnlos.
  • Einhaltung von Standards: Die Einhaltung einer anerkannten Toleranz entspricht bewährten Verfahren und kann aufgrund gesetzlicher Vorschriften oder Gewährleistungsbestimmungen erforderlich sein.

2. ISO 21940-11: Die primäre Norm

ISO 21940-11 — der moderne Nachfolger des altbekannten ISO 1940-1 — ist die international anerkannte Norm für die Anforderungen an die Auswuchtqualität von starren Rotoren. Sie definiert eine Skala von Auswuchtqualitätsklassen, die wie folgt angegeben wird: G-Noten, wobei „G“ für die Güteklasse steht und die Zahl die zulässige spezifische Unwuchtexzentrizität angibt, ausgedrückt als Umlaufgeschwindigkeit in Millimetern pro Sekunde.

Gängige Auswuchtgüteklassen

Die Norm umfasst Güteklassen von G 0,4 (höchste Präzision) bis G 4000 (gröbste Klasse). Zu den häufig verwendeten Güteklassen gehören:

  • G 0,4: Spindeln und Kreisel für Präzisionsschleifmaschinen – höchste Präzision.
  • G 1,0: hochpräzise Werkzeugmaschinenspindeln und Turbolader.
  • G 2,5: Gas- und Dampfturbinen, starre Turbogeneratorrotoren, Kompressoren, Antriebe für Werkzeugmaschinen.
  • G 6,3: die meisten allgemeinen Maschinen – Rotoren von zweipoligen Elektromotoren, Zentrifugen, Ventilatoren und Pumpen.
  • G 16: Landmaschinen, Brecher, Mehrzylinder-Dieselmotoren
  • G 40: Langsam laufende Geräte, starr montierte Vierzylinder-Dieselmotoren

Eine niedrigere G-Zahl bedeutet eine engere Toleranz und eine geringere zulässige Unwucht; eine höhere G-Zahl lässt mehr zu. Entscheidend ist, dass die zulässige Masse auch von der Drehzahl abhängt – bei einer bestimmten Güteklasse und einem bestimmten Rotor nimmt die zulässige Unwucht mit steigender Betriebsdrehzahl ab, sodass ein schnell drehender Rotor weitaus präziser ausgewuchtet werden muss als ein langsam drehender Rotor gleicher Masse.

3. Berechnung der Auswuchttoleranz

Die zulässige Restunwucht hängt von drei Größen ab: der Masse des Rotors, seiner Betriebsdrehzahl und der gewählten Auswuchtgüte.

Formel für die zulässige Restunwucht

Upro = (G × M) / (ω / 1000)

wobei:

  • Upro = zulässige Restunwucht (Gramm-Millimeter, g·mm)
  • G = Auswuchtgüteklasse (z. B. 6,3 für G 6.3)
  • M = Rotormasse (Kilogramm)
  • ω = Winkelgeschwindigkeit (Radiant pro Sekunde) = (2π × U/min) / 60

Vereinfachte Formel unter Verwendung von RPM

Im täglichen Gebrauch lässt sich die Beziehung wie folgt vereinfachen:

Upro (g·mm) = (9549 × G × M) / RPM

wobei M die Rotormasse in Kilogramm, RPM die Betriebsdrehzahl und G die Güteklasse ist.

Durchgerechnetes Beispiel

Betrachten wir einen Motorrotor mit:

  • Gewicht: 50 kg
  • Betriebsdrehzahl: 3000 U/min
  • Erforderliche Wuchtgüte: G 6,3

Upro = (9549 × 6,3 × 50) / 3000 ≈ 1003 g·mm.

Damit beträgt die maximal zulässige Restunwucht für diesen Rotor ungefähr 1000 g·mm. Wenn der Radius der Korrekturebene 100 mm beträgt, entspricht das etwa 10 Gramm Restunwucht bei diesem Radius. Um diese Werte für jeden Maschinentyp, jede Masse und jede Drehzahl zu berechnen - und auf Ebenen aufzuteilen -, verwenden Sie das kostenlose Rechner für Restunwucht (ISO 21940-11), mit dem Sie auch die Umrechnung von g·mm in einen Zentrifugalkraft falls Sie es benötigen.

4. Ein-Ebenen- vs. Zwei-Ebenen-Toleranzen

Die berechnete Toleranz gilt für die Gesamtunwucht in einer Ebene bei Ein-Ebenen-Auswuchten. Für Zwei-Ebenen-Auswuchten (dynamisches Auswuchten)… Die Norm ISO 21940-11 enthält Vorschriften für die Aufteilung des Gesamtwertes auf die beiden Korrekturebenen, wobei die Aufteilung in der Regel entsprechend dem Abstand zwischen den Ebenen und der Geometrie des Rotors vorgenommen wird, damit keine der beiden Ebenen überkorrigiert wird.

5. Vibrationsbasierte Toleranz

Zwar legt die Norm ISO 21940-11 Grenzwerte für die Unwuchtmasse fest, doch wird beim Auswuchten vor Ort häufig stattdessen die Schwingungsamplitude als Akzeptanzkriterium herangezogen, da das Messgerät diese direkt an der montierten Maschine misst.

Die Normenreihe ISO 20816

Die ISO 20816 Normen (die moderne Nachfolge der ISO 10816 und der älteren ISO 2372) legen zulässige Schwingungsstärke Grenzwerte für verschiedene Maschinenklassen auf der Grundlage der RMS-Geschwindigkeit. Die Ergebnisse werden nach Bewertungszonen dargestellt:

  • Zone A: neu in Betrieb genommene Maschinen – sehr vibrationsarm.
  • Zone B: für den uneingeschränkten Langzeitbetrieb geeignet.
  • Zone C: nur für begrenzte Zeiträume akzeptabel; es sollten Abhilfemaßnahmen geplant werden.
  • Zone D: inakzeptabel – sofortige Abhilfemaßnahmen erforderlich.

Praktische Feldkriterien

Erfahrene Techniker halten sich zudem an einige Faustregeln:

  • Die Schwingungen wurden auf unter 25 % des ursprünglichen Wertes reduziert = eine erfolgreiche Auswuchtung.
  • Absolute Vibration unter 2,8 mm/s (0,11 Zoll/s) = im Allgemeinen akzeptabel für die meisten Industriegeräte
  • Restschwingung unter 1,0 mm/s (0,04 in/s) = hervorragende Auswuchtung.

6. Faktoren, die die erreichbare Toleranz beeinflussen

Ob eine Toleranz tatsächlich eingehalten werden kann, hängt von mehreren praktischen Faktoren ab.

Leistungsmerkmale der Geräte

  • Die Messgenauigkeit des Auswuchtgeräts.
  • Die Empfindlichkeit der Schwingungssensoren.
  • Die Auflösung, mit der Korrekturgewichte platziert werden können.

Rotor- und Maschineneigenschaften

  • Mechanischer Zustand — Losigkeit, können Lagerverschleiß oder Probleme mit dem Fundament dazu führen, dass enge Toleranzen nicht mehr eingehalten werden können.
  • Betrieb an oder in der Nähe einer kritische Drehzahl erschwert eine präzise Auswuchtung erheblich.
  • Nichtlinearität in der Systemantwort.

Praktische Einschränkungen

  • Zugänglichkeit der Korrekturebenen.
  • Verfügbare Gewichtsschritte – Material kann nur in diskreten Mengen hinzugefügt werden.
  • Winkelauflösung von Befestigungslöchern oder Befestigungspunkten

7. Toleranz vs. Auswuchtfähigkeit

Drei miteinander verbundene Konzepte sollten klar voneinander abgegrenzt werden:

  • Angegebene Toleranz: die in einer Norm oder einem Vertrag festgelegte maximal zulässige Restunwucht.
  • Erreichbare Auswuchtung: das Niveau, das angesichts der vorhandenen Ausrüstung und Einschränkungen tatsächlich erreichbar ist – bestimmt durch Auswuchtempfindlichkeit.
  • Wirtschaftliche Abwägung: der Punkt, ab dem weitere Verbesserungen nicht mehr rentabel sind.

Bei den meisten industriellen Feldarbeiten gilt ein Unwuchtwert, der zwei- bis dreimal besser ist als die geforderte Toleranz, als hervorragendes Ergebnis und lässt Spielraum für Messunsicherheiten und Betriebsabweichungen. An einer montierten Maschine erfolgt diese Überprüfung vor Ort – mit einem tragbaren Zweikanal-Analysator wie dem Balanset-1A misst die 1× Amplitude und Phase vor und nach der Korrektur und bestätigt, dass die verbleibende Unwucht bei Betriebsdrehzahl in den Rotorlagern innerhalb der gewählten Klasse gemäß ISO 21940-11 liegt.

8. Dokumentation und Abnahme

Eine vollständige Aufzeichnung der Auswuchtungstoleranzen sollte die festgelegten Werte erfassen G-Klasse oder Toleranzwert; die berechnete zulässige Restunwucht (Upro); die nach dem Auswuchten gemessene Restunwucht; einen eindeutigen Vergleich, aus dem die Einhaltung der Vorgaben hervorgeht (gemessen ≤ zulässig); sowie eine Abnahmeunterschrift oder einen entsprechenden Vermerk. Dies liefert einen objektiven Nachweis dafür, dass die Arbeiten den Spezifikationen entsprechen, und bildet eine Grundlage für künftige Wartungsbewertungen.

9. Wann sollten engere oder weiter gefasste Toleranzen verwendet werden?

Engere Toleranzen sind gerechtfertigt, wenn die Maschine mit hoher Drehzahl läuft (entscheidend für die Sicherheit und die Lebensdauer der Lager), wenn es sich um Präzisionsgeräte handelt, die minimale Vibrationen erfordern, wenn leichte oder flexible Konstruktionen vibrationsempfindlich sind oder wenn die Geräte in der Nähe von vibrationsempfindlichen Prozessen oder Instrumenten stehen.

Größere Toleranzen sind zulässig, wenn Die Anlagen sind für niedrige Drehzahlen und hohe Beanspruchung ausgelegt, robust gebaut und äußerst vibrationsfest; sie werden nur kurzzeitig oder selten eingesetzt oder wenn wirtschaftliche Erwägungen deutlich schwerer wiegen als geringfügige Leistungssteigerungen.


← Zurück zum Hauptindex

Kategorien: GlossarISO-Normen

WhatsApp
Balanset-1A · €1975Ingenieur fragen