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Zwei Bewertungssysteme — nicht verwechseln
| System | Einheit | Was bewertet wird | Wann anzuwenden |
|---|---|---|---|
| ISO 10816 / 20816 | mm/s (Effektivwert der Schwinggeschwindigkeit) | Die montierte Maschine auf ihren Lagerungen | Feldauswuchten, Maschinenabnahme |
| ISO 1940 / 21940-11 | g·mm (Restunwucht), G-Klassen | Der Rotor selbst | Auswuchtmaschinen, das Datenblatt des Rotors |
Das Gerät zeigt beides: Vibration in mm/s und Restunwucht in g·mm.
Bewertung nach Vibration (mm/s)
Die allgemeine Skala (typische Industriemaschinen):
| Zone | Effektivwert, mm/s | Bedeutung |
|---|---|---|
| A | bis 1,4 | ausgezeichnet — wie eine neue Maschine |
| B | 1,4 – 2,8 | gut — geeignet für den Dauerbetrieb |
| C | 2,8 – 4,5 | für begrenzte Zeit akzeptabel — Maßnahmen einplanen |
| D | über 4,5 | inakzeptabel — Schadensrisiko |
Anpassungen für den Feldeinsatz:
- Mulcher/Mähwerke: bis 4,8 mm/s ist normal; auf weichen (gefederten) Lagerungen bis 7,1 mm/s; mit dem landwirtschaftlichen Faktor von 1,2–1,3 gilt “unter 8 mm/s ist bereits gut”. 0,5 mm/s bei einem Mulcher anzustreben ist sinnlos.
- Fans (ISO 14694): eine flexible Lagerung (Gummilager) hat eigene Grenzwerte — eine Maschine mit einer 1x-Komponente von 3,05 mm/s auf Gummilagern gilt als “Good”. Manchmal legt der Hersteller einen eigenen Grenzwert fest (reales Beispiel: 2,78 mm/s).
- Achten Sie nicht nur auf die Gesamtvibration, sondern auch auf die 1x-Komponente: Genau das reduziert das Auswuchten. Beträgt der Gesamtwert 5 mm/s, die 1x-Komponente jedoch nur 1 mm/s, bringt weiteres Auswuchten fast nichts mehr — der Rest wird durch andere Ursachen “verursacht”.
Bewertung nach Restunwucht (g·mm, G-Klassen)
Eine G-Klasse ist die zulässige “spezifische Unwucht” unter Berücksichtigung der Drehzahl. Je schneller die Drehung — desto kleiner die Toleranz.
| Grad | Typische Verwendung |
|---|---|
| G16 | Gelenkwellen, landwirtschaftliche Rotoren |
| G6.3 | Lüfter, Trommeln, Riemenscheiben, Standard-Elektromotoren — die übliche Wahl |
| G2.5 | Turbinen, Werkzeugmaschinen, Präzisionsrotoren |
| G1.0 / G0.4 | Spindeln, hochpräzise Rotoren |
Das Programm verfügt über den ISO 1940 Toleranzrechner: Rotormasse + Drehzahl + Klasse → die zulässige Restunwucht pro Ebene. Das Feld “Auswuchttoleranz” ist optional — es dient nur zur Information.
Beispiele aus der echten Support-Praxis:
- ein ~80-kg-Rotor bei 3000 U/min: G6.3 ≈ 802 g·mm pro Ebene, G16 ≈ 2037 g·mm;
- Spindeln werden auf G1.0–G0.4 ausgewuchtet (in der Support-Praxis wurde auch G0.1 erreicht);
- ein Schiffs-/Industrielüfter nach dem Auswuchten: 0,5–0,6 mm/s ist ein hervorragendes Ergebnis.
Wie das Ergebnis eines normalen Auftrags aussieht
“Vorher → nachher”-Referenzwerte aus realen Fällen:
- ein Mulcher: 25 → 3 mm/s und 40 → 11 mm/s (ein stark verbogener Rotor — 11 mm/s ist dort die Obergrenze);
- ein Seppi-Mulcher: >50 mm/s → “läuft sehr ruhig”;
- ein 4500-kg-Brecherrotor: 6 und 8 → 0,9 und 1,3 mm/s;
- ein Universitätslüfter: 4 und 7 → 0,5 und 0,6 mm/s;
- ein 24-Tonnen-Zuckerrohr-Zerfaserer: 3,2 → 0,47 mm/s;
- eine Gelenkwelle: 0,5 mm/s Endwert.

Ein Rückgang um das 3- bis 10-fache innerhalb von 1–2 Iterationen ist bei einer intakten Maschine normal. Kein Rückgang nach zwei Iterationen — nicht weiter anschweißen; wechseln Sie zur Ursachensuche (Kapitel 07).

Der Bericht
Das Programm erstellt einen Auswuchtbericht (Vorlagen im Ordner reporttpl — Sie können Ihren eigenen Briefkopf einsetzen): Anfangs- und Endvibration, Drehzahl, Gewichtsmassen und -winkel, Restunwucht. Für den Kunden genügt das als Abnahmedokument.
Zu “Zertifikaten”: Das Gerät wird mit dem Kalibrierzertifikat des Herstellers ausgeliefert. Benötigt der Kunde ein Zertifikat eines akkreditierten Labors (ISO/IEC 17025), wird dies gegen gesonderte Gebühr bei einem örtlichen Labor durchgeführt; das Gerät selbst benötigt keine jährliche Kalibrierung.